Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Röntgen-Computertomographie von Mikrokomponenten mit CT-MINI

08.03.2005


CT-MINI (Quelle: Fraunhofer EZRT/ProCon X-Ray GmbH)


Mikro-CT-Volumenrekonstruktion eines Kunststoffgetriebes mit einem Durchmesser von 1,8 mm. Zu sehen ist die Darstellung des vollständigen Volumens (Quelle: Fraunhofer EZRT)


Verfahren, die im nicht sichtbaren Bereich des Lichtspektrums arbeiten, gewinnen in der Bildverarbeitung immer mehr an Bedeutung, da sie das Spektrum der möglichen industriellen Einsatzbereiche für Bildverarbeitungssysteme erheblich erweitern. Ein solches Verfahren ist die Röntgen-Computertomographie (CT), die zerstörungsfrei und berührungslos die innere Struktur eines Prüfobjekts wiedergeben kann und damit für die industrielle Qualitätsprüfung besonders geeignet ist.


Mit dem System CT-MINI steht nun eine schlüsselfertige, direkt in der Qualitätssicherung einsetzbare Kompaktanlage zur industriellen Röntgen-Computertomographie von kleinen Objekten von Verfügung. CT-MINI ist eine Entwicklung des Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT), einer gemeinsamen Abteilung des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken und des Fraunhofer IIS in Erlangen, und der Firma ProCon X-Ray GmbH.

Das Prüfteil liegt ohne komplizierte Befestigung auf einem Drehteller. Der horizontale Röntgenstrahl durchdringt das Teil und wird von einem Flachbilddetektor ausgewertet. Alle Justagen und Bewegungen werden von der Systemsoftware selbsttätig vorgenommen. Das Volumen wird in Querschnitten oder 3-D-Ansichten visualisiert. Die Bewertung der Ansichten kann automatisch mit speziellen Auswerteprogrammen erfolgen. Insbesondere kann auch ein automatischer Soll-Ist-Abgleich mit CAD-Daten erfolgen oder es können Oberflächendaten für die Weiterverarbeitung in CAD-Systemen erzeugt werden.


Die Auswertung der Daten mit einem zeitoptimierten Rekonstruktions-Algorithmus beginnt direkt mit der Datenaufnahme und ist bereits einige Sekunden nach Beendigung der Datenerfassung abgeschlossen. Bei geeigneten Prüfteilen lassen sich Messzeiten unterhalb einer Minute erreichen. Typische Zeiten für eine 3-D-Rekonstruktion liegen bei 3 bis 5 Minuten. Bauteile bis ca. 35 mm x 35 mm x 25 mm sind in einem Durchgang tomographierbar. Je nach Größe des Untersuchungsobjekts kann der kleinste auflösbare Quader (Voxel) eine Kantenlänge von 5 Mikrometern haben.

Im Lieferumfang ist eine Visualisierungssoftware enthalten, die beliebige orthogonale Schnitte im entstandenen Rekonstruktionsvolumen anzeigt und die Punkt-zu-Punkt-Vermessung innerhalb dieser Ebene gestattet. Die Datenübertragung ist über einen Ethernet-Anschluss oder den eingebauten CD-Brenner gewährleistet. Auf Wunsch kann das System mit Röntgen-Röhren höherer Strahlenergie, größeren und feiner auflösenden Detektoren und weiteren Rechnern zur parallelen Auswertung umfangreicher Datensätze aufgerüstet werden. Eine Kopplung mit automatischen Bildverarbeitungsmodulen für Serienprüfungen ist ebenfalls optional erhältlich.

Anwendungsbereiche

CT-MINI ist in erster Linie für die Inspektion von Bauteilen aus Leichtmetall, Kunststoff oder Keramik geeignet. Beispiele hierfür sind Metallschäume, Pumpendüsen oder high-tech Schweißnähte. Durch die einfache, horizontale Dreheinrichtung können jedoch auch flüssige und andere schwerkraftbeeinflusste Teile fehlerfrei analysiert werden.

Technische Daten:

- Größe: ca. 1 m x 1 m
- Mikrofokus Röntgen-Röhre (90 kV)
- hochauflösender Detektor mit 1024 x 1024 Detektorelementen (mit 2 x 2 Binning für effektive 512 x 512 logische Pixel)
- selbstzentrierender Präzisions-Probenmanipulator
- komplette Steuerungs- und Rekonstruktionssoftware
- Haupteinsatzgebiete: Elektronik, Kunststoff, Mikrokomponenten, Leichtbautechnik, Neue Materialien und Werkstoffe
- Grundpreis: 119.000 EUR

Regina Fischer M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.vision.fraunhofer.de/de/4/projekte/207.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise