Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Terahertz-Strahlung durch die Tüte gucken, ob die Milch noch gut ist

18.02.2005


Der Joghurt ist zwar abgelaufen - aber ist er vielleicht doch noch genießbar? Mittels Terahertz-Kamera könnte man einfach durch den Deckel blicken. Und nicht nur das: die bisher vernachlässigte Strahlung zwischen Mirkowellen- und Infrarotstrahlung könnte auch die Sicherheit im Flugzeug verbessern und kleinste Tumore aufspüren. Bislang war die Herstellung geeigneter Strahlungsquellen allerdings zu teuer. Bochumer Elektrotechniker entwickelten jetzt ein neues Konzept zur Herstellung der richtigen Wellen, das günstig und handlich ist. Darüber berichten sie in RUBIN 1/2005, dem Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität.



Vernachlässigte Strahlung mit großem Potenzial



Erst Anfang der 1990er-Jahre entdeckten US-Forscher eine Methode, Terahertzstrahlung mittels sehr kurzer Laserblitze zu erzeugen. Laborexperimente zeigten seitdem das ungeheure Potenzial der Strahlung: Ohne gesundheitliche Risiken und mit großer Genauigkeit liefert die Terahertzstrahlung z.B. Bilder des menschlichen Körpers. Bei der Durchleuchtung von Passagieren auf Flughäfen könnte man ohne großen Aufwand klar erkennen, ob jemand eine Waffe trägt. Die Strahlung dringt auch durch Papier und viele andere Verpackungsmaterialien und erlaubt Einblicke in geschlossene Lebensmittelpackungen. Der Haken: Eine auf diese Weise hergestellte Terahertz-Strahlungsquelle kostet um die 250.000 Euro.

Zehnmal günstigere Strahlungsquelle

Für ein Zehntel dieser Summe ist die neue, von Bochumer Elektrotechnikern entwickelte Strahlungsquelle herstellbar: Sie geht aus von einer Laserdiode - solche Dioden finden sich in jedem CD-Player und kosten wenige Euro - , die gleichzeitig zwei sich räumlich perfekt überlagernde Wellenlängen ausstrahlt. Die Überlagerung, eine sog. Schwebung, wird von einer Licht leitenden Antenne aufgefangen und als Terahertzstrahlung auf die zu untersuchende Probe weitergeleitet. Ein sog. Bolometer detektiert die durch die Probe hindurchgelassenen Lichtwellen. Auf diese Art untersuchten die Forscher schon eine von Metastasen durchsetzte Leberprobe. Die Terahertz-Aufnahme ergab sogar mehr Details als die mikroskopische Untersuchung. Zurzeit arbeiten die Forscher an einer weiteren Vereinfachung ihrer Methode, die die Nutzung der Terahertz-Strahlung noch preisgünstiger machen soll.

Themen in RUBIN 1/2005

In RUBIN 1/2005 finden Sie außerdem folgende Themen: Geisteswissenschaften: Die Jugend literarisch auf Linie bringen: Die Ermordung der Herero im Diskurs des Deutschen Kaiserreichs; Integrative Medienerziehung fördert Lesekompetenz: Viva, MTV - und Bücher lesen; Schüler sicher machen in Bus und Bahn: Ohne Gewalt stark; Medizin: Versorgungsforschung bringt es an den Tag: Unerkannt und unterversorgt; IBEKOM: das erste wissenschaftliche Callcenter: "Wie geht es denn heute?"; Naturwissenschaften: Ras-Protein verändert Nervenzellen: Wie das Gehirn auf Zuwachs schaltet; Exotische Elementarteilchen vorausgesagt und entdeckt: Mit Pentaquarks die Welt erklären. RUBIN ist für 2,50 Euro in der Pressestelle der RUB erhältlich (0234/32-22830, rubin@presse.rub.de) und steht im Internet unter: http://www.rub.de/rubin

Weitere Informationen

Dipl.-Phys. Stefan Hoffmann, Prof. Dr. Martin Hofmann, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, IC 2/155, Tel. 0234/32- 26514/- 22259, E-Mail: stefan.hoffmann@rub.de, martin.hofmann@rub.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.rub.de/

Weitere Berichte zu: Strahlung Terahertz-Strahlung Terahertzstrahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden
19.01.2018 | Technische Universität München

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie