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Wie das junge Dortmunder Unternehmen smartGAS den Gassensorenmarkt revolutionieren will

11.02.2005


Sie retten Leben oder schützen die Umwelt - winzige Gassensoren, die ausströmende Schadstoffe registrieren, lange bevor der menschliche Geruchssinn sie wahrnimmt. Vor allem bei der Erdgasversorgung ist die Nachfrage nach zuverlässigen Sensoren groß, das Angebot bislang jedoch gering. Eine Marktlücke, die das junge Dortmunder Unternehmen smartGAS mit Unterstützung von start2grow schließen will.



"Am Anfang stand eine Vision", erinnert sich Christian Stein, einer der Mitbegründer von SmartGAS. Der 26-jährige Ingenieur hatte ein erstes Funktionsmodell des von ihm entwickelten Erdgassensors in seiner Diplomarbeit vorgestellt und anschließend auf zahlreichen Messen einem Fachpublikum präsentiert. Schnell stellte sich heraus, dass die Nachfrage nach Erdgassensoren das Angebot um ein Vielfaches übersteigt. "Es hat sich noch kaum jemand getraut, diesen doch sehr sensiblen Markt anzugehen", berichtet Stein. "Deswegen haben wir uns zusammengetan und uns entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen."

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Unterstützt wird Stein von dem ehemaligen ThyssenKrupp-Ingenieur Klaus Nietsch und von Dr. Gerhard Wiegleb, Professor für Umweltmesstechnik an der Fachhochschule Dortmund. Sie werden dem hoffnungsvollen Start-up, das ab März als GmbH geführt wird, als wissenschaftliche Berater zur Seite stehen. Eine kräftige Anschubhilfe gab es auch von start2grow, der Gründungsinitiative des dortmund-project. 30.000 Euro Preisgeld bekamen Stein und seine Partner für den Sieg beim Gründungswettbewerb all micro. Weitere 50.000 Euro werden dem jungen Gründer zur Finanzierung von Dienstleistungen aus der MST.factory dortmund zur Verfügung gestellt.

Doch nicht allein das hohe Preisgeld gab für Stein den Ausschlag, an dem Wettbewerb teilzunehmen. "Wir wollten wissen, was Wirtschaftsfachleute von unserer Vision halten. Denn wir waren uns nicht sicher, ob unsere Geschäftsidee sich auch unter kaufmännischen Gesichtspunkten realisieren lassen würde." Zweifel, die die erfahrenen Unternehmensberater von start2grow schnell ausräumten. Auch die Zusage der Fachhochschule, das Vorhaben von Stein zu begleiten, bestärkte den zukünftigen Geschäftsführer von smartGAS bei seiner Entscheidung. Die Wahl des Standortes für das neue Unternehmen fiel Stein ebenfalls leicht: "Dortmund bietet als einer der führenden Mikrosystemtechnikstandorte einen idealen Nährboden für unsere Idee. Wir wollen ein solides Unternehmen aufbauen und damit einen Beitrag zum Strukturwandel in der Region leisten."

Ab März wird die smartGAS GmbH mit der serientauglichen Entwicklung von miniaturisierten Gassensoren beginnen. Als erstes Serienprodukt werden Erdgassensoren den Betrieb verlassen, die für den Einsatz in Privathaushalten entwickelt wurden. Neben der Messqualität spielt dabei die Zuverlässigkeit eine entscheidende Rolle. Denn die Sensoren sollen im Falle eines Lecks automatisch und innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde die Gaszufuhr unterbrechen. Dabei macht sich smartGAS eine Technologie zunutze, die sich in der Industrie schon seit Jahren bewährt. "Nun gilt es, dasselbe Verfahren preisgünstig für den Einsatz in Privathaushalten nutzbar zu machen", erklärt Stein.

Die smartGAS GmbH wäre das erste Unternehmen, dem dies gelingt. Jungunternehmer Stein ist zuversichtlich: "Wenn alles nach Plan läuft, werden wir in den kommenden fünf Jahren mindestens sechs bis sieben weitere Mitarbeiter einstellen."

start2grow ist eine Initiative des dortmund-project. Das dortmund-project ist ein in Deutschland einzigartiger Zusammenschluss aus Stadt, Wirtschaft und Wissenschaft. Auf der Basis einer Public-Private-Partnership werden alle ökonomischen Kräfte gebündelt, um den grundlegenden Strukturwandel in der Region zu beschleunigen. Das dortmund-project, in einzelnen Teilprojekten durch EU-Fördermittel unterstützt, hat als Ziel, dass bis 2010 in Dortmund bis zu 70.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Pascal Ledune | dortmund-project
Weitere Informationen:
http://www.dortmund-project.de

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