Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Kältespeichern Strom sparen

07.02.2005


Stadtwerke Chemnitz AG und TU Chemnitz suchen nach energiesparenden und ökologischen Lösungen zur Gebäudeklimatisierung


Fernwärme- und Fernkältespezialisten der Stadtwerke Chemnitz AG und Forscher der Professur Technische Thermodynamik der TU Chemnitz untersuchen derzeit im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit, ob Kältespeicher innerhalb großer Versorgungssysteme verstärkt zum Einsatz kommen sollten. Das Chemnitzer Fernkältesystem dient dabei als Untersuchungsobjekt, um eine praxisnahe Forschung abzusichern. Die Ergebnisse könnten in Zukunft deutschlandweit beim Aufbau und der Umrüstung von Kühlsystemen angewendet werden.

Zum Hintergrund: In den letzten Jahren stieg in Deutschland der Energieverbrauch für die Kühlung von Räumen mittels Kältemaschinen stark an. Ursachen sind beispielsweise der zunehmende Glasanteil bei Fassaden, steigende innere Wärmelasten, etwa durch Rechentechnik, und höhere Komfortansprüche der Gebäudenutzer. Oft werden strombetriebene Kompressionskältemaschinen eingesetzt. Umweltschonender sind Absorptionskältemaschinen, die überschüssige Wärme zum Antrieb nutzen. In Chemnitz verwendet man dafür Wärme aus dem Heizkraftwerk Nord. Die so genannte Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung bewährt sich in Chemnitz seit 1993 in Verbindung mit dem bereits 1973 errichteten Fernkältesystem. Die Stadtwerke Chemnitz AG versorgt nahezu alle großen Kälteabnehmer bzw. Klimaanlagen in der Chemnitzer Innenstadt, z.B. die Galeria Kaufhof, die Galerie Roter Turm, die Oper und den Universitätsteil Straße der Nationen 62.


Die Projektpartner prüfen nun, wie mit Hilfe eines Kältespeichers die Absorptionskältemaschinen intensiver genutzt werden können. Die grundlegende Idee: Der Kältespeicher wird nachts beladen und kann tagsüber die Spitzenlast im Fernkältesystem decken. Für Chemnitz bedeutet dies, dass mehr überschüssige Wärme aus dem Kraftwerk Chemnitz Nord in Kälte umgewandelt und insgesamt weniger Strom verbraucht wird. Diese Lösung ist nach Meinung der Experten nicht nur umweltfreundlich, sondern auch ökonomisch ausgewogen, was in der Energiewirtschaft nicht immer der Fall sei.

Die bisherigen Ergebnisse zur technischen Machbarkeit und die Kostenschätzung stimmen die Forscher optimistisch. Beim weiteren Ausbau der Kundenanschlüsse favorisieren die Stadtwerke aus ökologisch-wirtschaftlichen Gründen den Einsatz eines neuartigen großtechnischen Kältespeichers anstelle von Kältemaschinen. Das Forschungsvorhaben zwischen der Chemnitzer Universität und den Stadtwerken Chemnitz unterstreicht den Wert der Kooperation zwischen beiden Einrichtungen, die im Dezember 2004 vertraglich manifestiert wurde.

Weitere Informationen erteilen Ulf Uhlig, Tel. (03 71) 525 - 4740, E-Mail ulf.uhlig@swc.de, sowie Dr. Thorsten Urbaneck, Tel. (03 71) 5 31 - 24 63, E-Mail thorsten.urbaneck@mb.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: Fernkältesystem Kältemaschine Kältespeicher Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie