Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue und effiziente Technik kann wesentlichen Beitrag zur CO2 Minderung leisten

28.01.2005


Das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW teilt mit: "Effiziente Kraftwerkstechniken gehören zu den Schlüsseltechnologien der kommenden Jahrzehnte. Neue Technik "made in NRW" kann wesentlich dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu mindern. Gleichzeitig werden dadurch Arbeitsplätze in unserem Land geschaffen oder gesichert. Mit dem Netzwerk wollen wir gemeinsam die Kompetenzen auf dem Gebiet der Kraftwerkstechnik in NRW bündeln und ausbauen und unsere Wettbewerbsstärke erhöhen", sagte NRW-Infrastrukturminister Dr. Axel Horstmann heute anlässlich der Gründung des "Kompetenz-Netzwerks Kraftwerkstechnik NRW" im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Im Kompetenz-Netzwerk wirken Kraftwerksbauer, -betreiber, Zulieferer, Teilehersteller, Wissenschaft und Forschung, die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW sowie das NRW-Forschungs- und das NRW-Energieministerium mit. Ziel des Netzwerks ist es, die Aktivitäten der Akteure zu bündeln, zu koordinieren und Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu sein. Gleichzeitig soll es als Beratungsgremium für die Landesregierung NRW fungieren und konkrete Projekte anstoßen. Das Kompetenz-Netzwerk besteht aus einem hochrangigen Lenkungsgremium und wird fachlich geleitet vom Geschäftsführer VGB PowerTech e.V., Dr. Karl A. Theis. Neben diesem Gremium werden Projektgruppen bzw. Arbeitskreise eingerichtet, die sich mit konkreten Fragestellungen, Themen und Projekten befassen. Organisatorisch unterstützt wird das Kompetenznetzwerk durch die Landesinitiative Zukunftsenergien NRW mit einer Geschäftstelle im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

"Erneuerbare oder konventionelle Energie - diese Polarisierung hilft nicht weiter. ’Sowohl als auch’ ist das Motto - wir brauchen alle Optionen: Beste Kraftwerkstechnologien für alle Energieträger sind die richtige Lösung", sagte der Leiter des Netzwerks, Dr. Karl A. Theis.

Ein großer Teil der Kraftwerke in Deutschland und Europa stammt aus den 1960er und 70er Jahren. In den nächsten Jahren müssen zahlreiche Kraftwerke notwendigerweise erneuert werden. Im Zeitraum von 2010 bis 2020 allein 40.000 Megawatt (MW) in Deutschland (davon 12.000 MW Steinkohlekraftwerke) und mehr als 200.000 Megawatt in Europa (davon 70.000 MW Steinkohlekraftwerke). Zusätzlich besteht mittelfristig weltweit der Bedarf an etwa zwei Millionen Megawatt zusätzlicher Kraftwerksleistung. Neben dem Bau von effizienten Neu- und Ersatzkraftwerken, sind auch Effizienzverbesserungen bei Altanlagen mit längerer Restlaufzeit notwendig. Bei 100.000 MW installierter Kraftwerksleistung in Deutschland bleiben trotz Ersatzbedarf etwa 60.000 MW vorhandene Kraftwerksleistung am Netz und werden mittelfristig weiter betrieben. Deren durchschnittlicher Wirkungsgrad beträgt 38 Prozent.

Dr. Horstmann: "Dies ist eine einmalige Chance, mit innovativer und hocheffizienter Anlagentechnik Kraftwerkswirkungsgrade deutlich zu steigern. Die nationalen und internationalen Klimaschutzziele sind ohne Effizienzsteigerung im Kraftwerksbereich - insbesondere bei Kohlekraftwerken - nicht erreichbar."

Wichtig sei auch, so der Minister weiter, die vorhandenen Kompetenzen in der Planung und dem Bau von Kraftwerken zu erhalten. "Wir müssen den drohenden Fadenriss vermeiden, der durch die langjährige Abstinenz im Kraftwerksbau entstehen kann. Wichtiges Know-how droht uns verloren zu gehen. Die Inbetriebnahme des letzten Steinkohlekraftwerks in NRW liegt schon mehr als 15 Jahre zurück."

In NRW wird in den nächsten Jahren umfangreich in moderne Kraftwerkstechnik investiert. Zum Beispiel im Rahmen des Kraftwerkserneuerungsprogramm im rheinischen Braunkohlenrevier. Zug um Zug werden alte Braunkohlekraftwerke mit Wirkungsgraden um 30 Prozent durch Anlagen mit jeweils modernster Technik ersetzt. Dies bringt eine spezifische CO2-Minderung um 27 Prozent. Das weltweit modernste Braunkohlekraftwerk steht in NRW in Niederaußem bei Bergheim. Die 1.000 MW-Anlage hat einen Wirkungsgrad von über 43 Prozent. In nächster Zeit wird auch die Standortentscheidung für ein "Referenzkraftwerk NRW" auf Steinkohlebasis erwartet. Nach einer Konzeptstudie des NRW-Infrastrukturministeriums bringt ein 600 Megawatt Kraftwerk mit optimierter Anlagentechnik die besten Ergebnisse. Eine solche Anlage erreicht ­ je nach Standort und technischer Ausgestaltung Wirkungsgrade von 46 bis über 48 Prozent und bringt 0,7 Millionen Tonnen CO2-Einsparung je Kraftwerk. Die 500 Millionen Euro Investition würde 6.200 Menschen über die Bauphase von drei Jahren Beschäftigung bieten. Im Dauerbetrieb sind 70 Beschäftigte und zusätzliche Arbeitsplätze für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten gesichert.

Neben den Projekten im Kohlebereich, gibt es Planungen für Kraftwerksprojekte mit Erdgas. Nach allen Prognosen wird mit einem steigenden Einsatz von Erdgas in der Verstromung gerechnet. In den nächsten Jahren sollen in NRW mehrere GuD-Anlagen (Gas- und Dampfturbinenkraftwerke) auf Erdgasbasis in Betrieb genommen werden.



Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW


Tel: 0211/ 837-2417, Fax 0211/ 837-2249

| Landesinitiative Zukunftse
Weitere Informationen:
http://www.mvel.nrw.de

Weitere Berichte zu: Kraftwerk Kraftwerkstechnik Megawatt Wirkungsgrad

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln
24.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Kugelmühlen statt Lösungsmittel: Nanographene mit Mechanochemie

25.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics