Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bioenergie - "Der Landwirt als Energiewirt"

12.01.2005


Die deutschen Land- und Forstwirte sind mittlerweile echte "Energiewirte". Sie bauen auf mehr als einer Million Hektar - das entspricht rund 500.000 Fußballfeldern - Industrie- und Energiepflanzen an. Bioenergie ist auch auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche in Berlin ein zentrales Thema: Unter dem Motto "Der Landwirt als Energiewirt" erfährt der Besucher in der Halle 3.2, dem ErlebnisBauernhof der IGW, alles rund um dieses innovative Thema. Der Schwerpunkt der mit zahlreichen Exponaten ausgestatteten Präsentation liegt auf den Bereichen Wärme, Kraftstoffe und Strom aus Biomasse. Ob Gülle, Holz, Stroh oder heimische Nutzpflanzen wie Raps, Weizen und Roggen, das Rohstoffsortiment wird in seiner gesamten Breite dargestellt. Träger dieser Gemeinschaftsausstellung sind die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), die Landwirtschaftliche Arbeitsgruppe Biokraftstoffe (LAB) und der Fachverband Biogas e. V. (FvB).


Zu den klassischen Wärmequellen gehört zweifelsfrei der Rohstoff Holz. Die Ausstellung präsentiert moderne Holzpellet-Kessel, wie sie in Deutschland bereits in rund 20.000 Haushalten zum Einsatz kommen. Aber auch im großen Maßstab kann Holz Beachtliches leisten: In rund 1.000 Biomasseheizwerken und -heizkraftwerken in Deutschland werden heute bereits Wärme und Strom erzeugt. Und das Potenzial ist längst noch nicht ausgeschöpft. Nach Schätzungen kann die Wärmegewinnung aus Biomasse innerhalb der nächsten 25 Jahre auf zehn Prozent des Gesamtbedarfs gesteigert werden.

Eine Schlüsselrolle beim Ausbau der Bioenergie spielt die Wärme- und Stromproduktion aus Biogas. Gülle, Energiepflanzen wie Getreide, Mais oder Gräser, aber auch landwirtschaftliche Rest- und Abfallstoffe liefern den Rohstoff zur Energieerzeugung. Wie aus den vergärten Rohstoffen erst Gas und dann Strom gewonnen wird, erläutert anschaulich der Fachverband Biogas im Rahmen der Gemeinschaftspräsentation. Derzeit gibt es in Deutschland schon über 2.000 Biogasanlagen.


Das zentrale Thema des Messestandes sind die aus Biomasse gewonnenen Kraftstoffe Biodiesel, naturbelassenes Rapsöl, Bioethanol und der synthetische Treibstoff BTL (Biomass-to-Liquid). Diese Biokraftstoffe könnten bis zum Jahr 2020 einen Marktanteil am Kraftstoffmarkt von bis zu 25 Prozent erreichen. In Deutschland spielt Biodiesel die Vorreiterrolle für Biokraftstoffe. Er hat sich im Tankstellenmarkt mit über 1.800 Tankstellen bereits fest etabliert. Der Tankstellenabsatz hat sich in den vergangenen zwei Jahren auf 332.000 Tonnen verdoppelt. 2004 wurden über eine Million Tonnen Biodiesel produziert, diese Menge deckt rund zwei Prozent des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland. Insbesondere Bioethanol, ein aus Roggen oder Weizen gewonnener Alkoholtreibstoff und synthetische Biokraftstoffe (BTL) eröffnen weitere Absatzmärkte im Kraftstoffbereich. Die in Deutschland neu gebauten Bioethanolanlagen sichern für das Jahr 2005 eine Produktionskapazität von ca. 500.000 Tonnen. Am Gemeinschaftsstand Bioenergie wird das Thema Bioethanol auch mittels eines "Flexible-Fuel-Vehicles", einem Ford Focus FFV, präsentiert. Das ausgestellte Fahrzeug kann mit E 85-Benzin, d. h. Benzin mit bis zu 85 Prozent Bioethanolanteil betrieben werden.

Sämtliche aus Biomasse gewonnene Energie schont die fossilen Rohstoffreserven und schützt das Klima durch die Verminderung von Treibhausgasen. Insgesamt werden heute in Deutschland durch den Einsatz von Bioenergie bereits rund 20 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, den inländischen Anteil erneuerbarer Energien im Zeitraum 2000 bis 2010 zu verdoppeln. Verbesserte Rahmenbedingungen wie die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und verschiedene Förderprogramme des Bundes und der Länder geben die erforderlichen Impulse und Anreize. Die Ausstellung "Der Landwirt als Energiewirt" zeigt innovative Verfahren und Technologien der Energiegewinnung, die schon heute zum Klima- und Ressourcenschutz beitragen.

Während der Messe:
Gemeinschaftsstand "Bioenergie", Halle 3.2. "ErlebnisBauernhof"
Fachtagung Biogas, 24.1., ICC
(Informationen unter www.fnr.de/biogas-fachtagung )

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bio-energie.de

Weitere Berichte zu: Bioenergie Biogas Biokraftstoff Biomasse Energiewirt Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie