Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Satelliten zur Bestimmung der Niederschlagsmenge

01.12.2004


Wettersatelliten liefern unzählige Daten, insbesondere für Regionen ohne oberflächenbezogene Messungen. Eine italienische Universität hat ein neues Verfahren entwickelt, durch das Satellitendaten so ausgewertet werden können, dass die Menge des Regens bestimmt werden kann, der weiter unten auf die Erdoberfläche fällt.


Wettervorhersagen sind heutzutage globaler Natur. Um die Genauigkeit zu erhöhen, muss das Netzwerk der Überwachungsausrüstung ausgedehnt werden. Die Erfassung vieler Regionen ist jedoch immer noch nicht bzw. nur eingeschränkt möglich. Zu diesen Regionen zählen insbesondere die Weltmeere, die mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche bedecken.

Satelliten könnten die Lösung des Problems sein. Sie befinden sich mehrere tausend Kilometer über der Erdoberfläche und verfügen über eine enorm große Reichweite. Über Europa befindet sich METEOSAT, der jüngste einer in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumbehörde ins All geschossenen Reihe von Wettersatelliten.


Die Ingenieure an der Universität von L’Aquila in Italien hatten das ehrgeizige Ziel, die über verschiedene Sensoren an Bord von METEOSAT gesammelten Daten zusammenzuführen, um so kontinuierliche Schätzungen der Niederschlagsmenge über einem weiten Gebiet aufstellen zu können. Daraus resultierte der Microwave Infrared Combined Rainfall Algorithm oder MICRA.

MICRA erstellt zwei Arten von Daten. Der Special Sensor Microwave Imager (SSM/I) und der Tropical Rainfall Measuring Mission (TRMM) Sensor liefern Informationen im Mikrowellenbereich des Spektrums. Das SEVIRI-Radiometer (Spinning Enhanced Visible and Infrared Imager) hingegen sammelt reflektierte Licht- und Infrarotstrahlung.

Eine durch MICRA überwundene Hauptschwierigkeit ist die Bewältigung des Unterschiedes in der räumlichen und zeitlichen Auflösung zwischen den zwei Datensätzen: LEO-MW (Low Earth Orbit MicroWave) und GEO-IR (Geosynchronous Earth Orbit InfraRed). Nach einer Reihe komplexer mathematischer Manipulationen wird die anfängliche auf LEO-MW gestützte Schätzung der Niederschlagsmenge durch die Integration mit GEO-IR abgeleiteten Helligkeitstemperaturdaten gestärkt.

Der MICRA-Datensatz hat eine räumliche Auflösung von mehreren Kilometern und eine zeitliche Auflösung von Zehntelminuten. Er kann eingesetzt werden, um Niederschlagsschätzungen zu verbessern dies hat weitreichende Auswirkungen auf Wettervorhersagen, Landwirtschaft, Unwettervorhersagen (z.B. für Überflutungen) und Hydrologie. Darüber hinaus könnte die hier entwickelte Methode angewendet werden, um aus Satellitendaten weitere interessante meteorologische Parameter zu gewinnen.

Kontaktangaben

Dr Frank S. Marzano
Universita dell’Aquila
67040
Monteluco di Roio Italien
Tel: +39-086-2434412
Fax: +39-086-2434403
Email: marzano@ing.univaq.it

Dr Frank S. Marzano | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ing.univaq.it/

Weitere Berichte zu: Erdoberfläche GEO-IR Niederschlagsmenge Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik