Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vorhersage starker Stürme mit Dopplerradaren

01.12.2004


Der Dopplerradar wurde erstmals im Zweiten Weltkrieg zur Erfassung herannahender Flugzeuge verwendet. Forscher bemerkten, dass Regen ein ebenso starkes Signal erzeugt und so war die Idee vom Wetterradar geboren. Heute kombinieren Forscher der Essex Universität die Daten von zwei Radargeräten, um starke Stürme besser vorhersagen zu können.

... mehr zu:
»Dopplerradar »Windfeld

Dopplerradargeräte senden Hochfrequenzradiowellen und empfangen die Wellen, die von Objekten in der Atmosphäre wie z.B. Regentropfen reflektiert werden. Zusätzlich können radiale Winde (zum und weg vom Radar) bestimmt werden, indem Frequenzveränderungen des reflektierten Signals analysiert werden, die infolge des Dopplereffekts auftreten. Verschiedene Hypothesen mussten erstellt werden, um die hohe Qualität der Informationen über das dreidimensionale Windfeld zu gewährleisten, welches nur die Daten eines Dopplerradars nutzt. Leider sind diese Hypothesen oft unausgereift und lassen sich auf viele wichtige Wetterphänomene nicht anwenden. Dies gilt besonders für ernstzunehmende Wetterlagen.

Auf Grundlage umfangreicher Kenntnisse über den Dopplerradar haben Mathematiker der Essex Universität DARWIN entwickelt. DARWIN bedeutet ausgeschrieben Doppler Analysis and Retrieval of Wind Information, d.h. Doppleranalyse und -abfrage von Windinformationen). Damit stellt man sich der Herausforderung, radiale Winddaten von komplementären Dopplerradargeräten zusammenzuführen. Die Anwendung der Kontinuitätshypothese ermöglicht die mathematische Einschränkung des Problems und die Herleitung des dreidimensionalen Windfeldes.


Auf Grundlage des neuen Modells wurde ein Softwareprototyp namens DARWIN entwickelt. Diese Software verfügt über eine nutzerfreundliche grafische Benutzeroberfläche (Graphical User Interface = GUI), welche den Anwender bei der Eingabe der Daten von den zwei Dopplerradaren unterstützt. Das rechteckförmige relevante Gebiet ist benutzerdefiniert. Auch ein Tool zur Visualisierung der Daten wurde integriert. Schließlich wurde DARWIN für den Betrieb in Echtzeit entwickelt.

Die Technologie wurde im Feld mit Radaren in der italienischen Region Emilia Romagna getestet. Für die Nutzung von DARWIN sind zwei Dopplerradargeräte erforderlich, die ca. acht Kilometer voneinander entfernt positioniert sind. Die Hauptanwendung liegt in der Vorhersage sehr starker Winde in Zusammenhang mit heftigen konvektiven Unwettern. Potenzielle DARWIN-Anwender sind nationale Wetter- und Zivilschutzdienste. Diese können die Öffentlichkeit mit Hilfe der Technologie rechtzeitig vor solchen extremen Wetterereignissen warnen.

Kontaktangaben

Dr Yong Kheng Goh
University of Essex
Wivenhoe Park
CO3 4SQ
Colchester Großbritannien
Tel: +44-1206-872965
Fax: +44-1206-873043
Email: kygoh@essex.ac.uk

Dr Yong Kheng Goh | ctm
Weitere Informationen:
http://www.essex.ac.uk

Weitere Berichte zu: Dopplerradar Windfeld

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie