Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kalibrierung reduziert Kosten von Photovoltaikstrom Fraunhofer ISE Messtechnik für breite Anwendung

12.12.2000


Kontaktierte Solarzelle unter

Bias-Beleuchtung zur Messung der spektralen

Empfindlichkeit


Ganz einfach können Hersteller und Planer von Photovoltaikanlagen Kosten sparen. Das

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE bietet Referenzzellen und Messtechnik jetzt auch in einem e-Shop für die breite Anwendung an. Wer genau vorhersagen kann, was seine Anlage leistet, kann auf teure Sicherheitszuschläge bei der Auslegung verzichten.

Die seit April 2000 geltende Einspeisevergütung von 99 Pfennig pro Kilowattstunde Solarstrom hat der Photovoltaik in Deutschland zu einem Boom verholfen. Mit dem Markt wächst auch die Konkurrenz. Wer solide Qualität preiswert anbieten kann, hat die Nase vorn. Das Kalibrierlabor CalLab des Fraunhofer ISE hat ein Kostensenkungspotential entdeckt:

Bei Abnahmemessungen an 25 Anlagen unterschiedlicher Hersteller fand sich nur eine Anlage, die lieferte, was bestellt war; der Rest lag bis zu 20% darunter - und musste eine Vertragsstrafe zahlen. Davor schützen sich in anderen Fällen Anlagenbauer durch einen Sicherheitszuschlag. 20 % Mehrleistung kosten aber schon bei einer 10 Kilowattanlage rund 20.000 DM.

Diese Mehrkosten können Planer vermeiden, wenn sie den Wirkungsgrad eines Modultyps vom ISE CalLab bestimmen lassen. Das kostet weniger als ein 50 Wp Modul und schützt vor unliebsamen Überraschungen.

Hersteller können mit kalibrierten Referenzzellen den Wirkungsgrad von Zellen oder Modulen gleich in der Produktion präzise überwachen und so ihren Kunden die Leistung garantieren.

Referenzzellen sind robust gefasste und vom ISE CalLab vermessene Solarzellen, die als Strahlungsmessgerät dienen. Kalibrieren bedeutet ein Messgerät mit einer sehr genauen Skala zu versehen. Aus einem Stück Holz entsteht so ein Meterstab und aus einer Referenzzelle ein Strahlungsmessgerät. Der einfach zu messende Strom einer Referenzzelle wird durch die Kalibrierung mit der schwierig zu messenden Sonneneinstrahlung verknüpft. Damit kann man die Leistungsfähigkeit von Solarzellen oder Modulen präzise kontrollieren.

Das Kalibrierlabor ISE CalLab des Fraunhofer ISE gibt es seit 1986. Es ist eines der drei führenden PV-Messlabors weltweit - mit ständiger Qualitätssicherung durch Vergleiche untereinander und Abstimmung mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. International renommierte Hersteller, aber auch der TÜV Rheinland lassen ihre Referenzzellen vom ISE CalLab vermessen.

Eine Besonderheit des ISE CalLab ist seine Bandbreite: Ob farbstoffsensibilisierte Solarzelle, Dünnschichttechnologie oder Mehrfachzelle für 1000-fache optische Konzentration - die Fraunhofer-Wissenschaftler können alles messen, was durch photovoltaischen Effekt aus Licht Strom macht. Forscher aus aller Welt kommen mit ihren Neuentwicklungen nach Freiburg. Denn eine Messung des ISE CalLab wird auf Kongressen und in Fachzeitschriften anerkannt.

Die Vermessung einer Solarzelle hat zwei Hauptschritte. Mit einer sonnenähnlichen Lichtquelle, dem Solarsimulator, wird eine Strom-Spannungs-Kennlinie aufgenommen. Mit einem Monochromator ermitteln dann die Fraunhofer-Mitarbeiter die spektrale Empfindlichkeit der Solarzelle. Sie ist nötig, um die Messung mit dem Solarsimulator auf international festgelegte Standardbedingungen zu korrigieren.

Wie der Regenbogen zeigt, besteht Sonnenlicht aus vielen Farben. Unterschiedliche Zellen reagieren unterschiedlich auf die Farben - so wie manche Filme einen Blau- oder Rotstich haben. Da kein Simulator exakt das Standardspektrum liefert und dieses auch praktisch nicht in der Natur anzutreffen ist, kann man nur mit einer rechnerischen Korrektur Genauigkeiten von 1-2% für die Gesamtmessung erreichen.

Das ISE CalLab verfügt über vier Solarsimulatoren, zwei Monochromatoren und eine Freilandmesseinrichtung mit Sonnennachführung. Es kann winzige Zellen und quadratmetergroße Module vermessen. Das ISE CalLab entwickelt Lösungen für kundenspezifische Messaufgaben und liefert komplette Messplätze, z.B. für spektrale Empfindlichkeit oder Strom-Spannungs-Kennlinie.

Der Erfolg des Kalibrierlabors geht auf die Grundidee der Fraunhofer-Gesellschaft zurück, Forschung und Anwendung zu verbinden: Die institutseigene Solarzellentechnologie liefert das wissenschaftliche Know-how, die fast 20-jährige Erfahrung mit Photovoltaik-Systemen sorgt für Praxis. Die Anwendungsorientierung des ISE CalLab zeigt sich auch bei seiner Homepage http://www.callab.de. Sie informiert über technische Einzelheiten, nennt Preise und ermöglicht Auftragserteilung online.

Foto(s) und weitere Informationen:
http://www.ise.fhg.de/Press_Info/pi1200_german.html
oder Fraunhofer ISE, Presse und Public Relations
Tel. +49 (0) 7 61/45 88-1 50, Fax +49 (0) 7 61/45 88-3 42
E-Mail: info@ise.fhg.de

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Marketing ISE CalLab:
Dipl.-Ing. Ulf Groos, Fraunhofer ISE,
Tel. +49 (0) 7 61/45 88-2 02, Fax +49 (0) 7 61/45 88-3 20
E-Mail: groos@ise.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Karin Schneider | idw

Weitere Berichte zu: Kalibrierlabor Kalibrierung Messtechnik Modul Solarsimulator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften