Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helium verrät löchrige Rohre

11.10.2000


... mehr zu:
»Helium »Leck »Rohre
Durch Lecks in den Rohren von Fernwärmenetzen gehen Energie und teuer aufbereitetes Wasser verloren. Zusätzlich zerstören Feuchtigkeit und eindringende Luft nach und nach die Wärmeisolierung und das Rohrmaterial.
Ein neues Verfahren erlaubt es, selbst kleine Löcher zu orten, ohne den Betrieb unterbrechen zu müssen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen entwickeln eine Methode, die die Suche nach Löchern erheblich vereinfacht, beschleunigt und damit hilft, Kosten zu sparen.

Der Clou ist das Edelgas Helium. Ähnlich einem Duft- oder Farbstoff, wird es in kleinsten Mengen im fließenden Heizwasser aufgelöst. So verteilt es sich gleichmäßig im Leitungsnetz. An undichten Stellen tritt das Gas mit dem heißen Wasser aus und dringt durch die Erde nach oben. Mit einem mobilen Gerät misst ein Techniker die Konzentration in der bodennahen Luft parkende Autos stören dabei kaum. Dipl.-Ing. Peter Schwerdt erläutert weitere Vorteile des Verfahrens: »Helium ist für Menschen und Umwelt ungiftig. Es lässt sich schon in geringen Konzentrationen leicht nachweisen und kann da es nicht brennbar ist ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt werden. Dank seiner kleinen Atome passiert Helium die Umgebung des schadhaften Rohres schnell und begünstigt so seinen Nachweis.« Andere Markierungssubstanzen wie Wasserstoff, FCKW oder Radioisotope werden bisher nur in kleinen Rohrnetzen eingesetzt, da sie deutlich teurer oder problematischer in der Anwendung sind.

Andere Methoden der Lecksuche sind nicht so universell einsetzbar wie das Helium-Verfahren. Feuchtesensoren und Meldedrähte sind oft bereits in moderne Rohre integriert. Einmal verlegt, altern sie jedoch, werden damit unzuverlässig und störanfällig. Bereits verlegte Rohre lassen sich wegen der hohen Kosten nicht nachrüsten. Wärmemessungen in der Umgebung der Rohre, Schallmessungen oder mobile Messraupen in den Rohren sind aufwendig. Zudem muss der laufende Betrieb häufig unterbrochen werden.

Die UMSICHT-Forscher entwickelten ihr Suchverfahren mit Fördergeldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF. Inzwischen steht eine automatische Anlage bei der Energieversorgung Oberhausen EVO, um dort die Suche nach Lecks zu vereinfachen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Peter Schwerdt
Telefon: 02 08/85 98 1 73
Telefax: 02 08/85 98 2 90
E Mail: peter.schwerdt@umsicht.fhg.de

Dipl.-Ing. Peter Schwerdt |

Weitere Berichte zu: Helium Leck Rohre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise