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Wie viel Öl gibt es?

21.09.2004


Bei schwindenden natürlichen Kohlenwaserstoffvorräten helfen Sensibilitätstests zur Bestimmung und Quantifizierung von Unsicherheitsfaktoren bei der Modellierung den Wissenschaftlern bei der besseren Nutzung der beschränkten Ölvorkommen dieser Erde.


Modellierungen sind immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden. Dafür gibt es zahlreiche Ursachen. Eine davon ist der Mangel an zuverlässigen Eingangsdaten. Eine weitere Ursache ist die inadäquate Parameterisierung physikalischer Prozesse, die nicht in vollem Unfang modelliert werden können. Doch trotz dieser Einschränkungen ist die Modellierung ein wichtiges Instrument für zahlreiche wissenschaftliche Diziplinen.

Die Modellierung klassischer Kohlenwasserstoffvorkommen ist eine wichtige Grundlage für die richtige Ausbeutung der darin enthaltenen Energiereserven. Das zum Teil vom EU-Programm für Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung geförderte SAIGUP-Projekt hat sich eine Optimierung des Umgangs mit Unsicherheitsfaktoren bei der Modellierung solcher Vorkommen zum Ziel gesetzt.


Da sich die Eigenschaften derartiger Vorkommen von Standort zu Standort stark voneinander unterscheiden, muss diese Verschiedenartigkeit in Form von Sensibilitätstests angegangen werden. Es muss jedoch eine gesunde Balance gefunden werden, da die Berechnungszeit mit der Anzahl der Konfigurationen steigt. Der gewissenhafte Umgang mit diesem Umstand durch das SAIGUP Konsortium hat es ermöglicht, dass trotz der begrenzten Überprüfung der Modelle allgemeine Schlüsse gezogen werden können.

Die Experimente ergaben mehrere Schlüsselerkenntnissse in Bezug auf wichtige als auch auf weniger wichtige Unsicherheitsfaktoren. Es zeigte sich, dass die Sedimenteigenschaften unabhängig vom Maßstab eine wichtige Rolle spielen. Unter anderem kommt dem Verlandungswinkel bisher im Allgemeinen ein eher vernachlässigter Faktor - eine wichtige Funktion zu. Mit Hinblick auf den Abbau hingegen spielen strukturelle Eigenschaften eine größere Rolle.

Auf Grundlage der Forschungsergebnisse geben die Beteiligten des SAIGUP-Projektes einige grundlegende Empfehlungen zur Überwindung von Unsicherheiten bei der Modellierung. Eine dieser Empfehlungen ist die Verbesserung der dreidimensionalen Aufzeichnung von Verwerfungen. Diese Erkenntnis ergab sich aus der Entdeckung, dass die Faltengeographie die Unsicherheit von Modellen stark beeinflusst. Ein weiterer Vorschlag ist die umfassendere Förderung der grundlegenden Analysenforschung, insbesondere zur Überarbeitung bestehender Durchlässigkeits- und Kapillardruckkurven.

Die Einhaltung dieser Empfehlungen wird dazu beitragen, die begrenzten Kohlenwasserstoffvorkommen der Erde optimal zu nutzen. Die am SAIGUP-Projekt beteiligten akademischen und industriellen Partner werden ihr weiteres Vorgehen darauf abstimmen.

Tom Callaghan | ctm
Weitere Informationen:
http://www.riarthoir.ucd.ie

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