Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Netzwerk Kontenda - Kontaktlose Energie- und Datenübertragung für innovative Anwendungen

14.09.2004


Eine Innovation aus dem BMWA-Programm "Netzwerkmanagement-Ost" (NEMO)



Die kontaktlose induktive Energieübertragung eröffnet neue Möglichkeiten für die Stromversorgung beweglicher Geräte. Wenn Stromschienen oder Schleppkabel verzichtbar werden, weil die mechanischen Kontakte entfallen, verbessern sich Sicherheit und Zuverlässigkeit der Energiezuführung. Ausfallzeiten und Wartungsaufwand verringern sich. Weil sich keine Funken bilden können, eignet sich die kontaktlose Energieversorgung auch für den Einsatz in explosionsgefährdeter Umgebung, ebenso unter Wasser oder beim Anschluss von Baugruppen in hermetisch abgeschlossenen Behältern. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) arbeiten gegenwärtig zehn Unternehmen aus den neuen Ländern gemeinsam im Netzwerk Kontenda an der kontaktlosen Energie- und Datenübertragung für innovative Anwendungen.



Gegenwärtig können mehr als 1.000 Watt Leistung über eine Entfernung von 30 Zentimetern kontaktlos übertragen werden. Daraus ergeben sich breite Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie im industriellen Bereich, vor allem im Maschinenbau (rotierende Wellen), in der Produktions- und Transporttechnik (Batterieladung von Elektrofahrzeugen) und in der Verfahrenstechnik. Bei der Stromversorgung fahrerloser Transportsysteme wurden Funktionstüchtigkeit und Nutzen der kontaktlosen Energieübertragung bereits erfolgreich nachgewiesen. Auch aktive Elemente in Präzisionswerkzeugen für die Optik- und die Halbleiterindustrie lassen sich zuverlässig mit Energie versorgen. Nicht zuletzt im häuslichen Bereich birgt diese Art der Energiezuführung Vorteile: Eine kabellose Kaffeemaschine bringt mehr Komfort und Flexibilität in die Küche oder das Büro.

Kern des kontaktlosen Übertragungssystems ist eine transformatorische Magnetanordnung. Abweichend vom klassischen Transformator gibt es keinen geschlossenen Eisenkern. Stattdessen sind die Primär- und die Sekundärspule durch einen Luftspalt getrennt, der mehrere Dezimeter groß sein kann. Abhängig vom Anwendungsfall kommen Spulensysteme mit oder ohne Ferritkern zum Einsatz. Da die Energieübertragung im Mittelfrequenzbereich erfolgt, besitzt das Gesamtsystem auf der Seite der Energieeinspeisung und auf der Verbraucherseite entsprechende elektronische Baugruppen. Die auf diesem Weg übertragbare elektrische Leistung bewegt sich zwischen einigen Megawatt und mehreren Kilowatt. Bei zielgerichteter elektrischer und magnetischer Auslegung wird selbst bei großen Luftspalten ein sehr guter Wirkungsgrad erreicht. Auch die Datenübertragung - in eine Richtung oder bidirektional - ist kontaktlos induktiv möglich.

Das Netzwerk Kontenda führt die Kompetenz von mittelständischen Unternehmen der Elektroindustrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Gebäudetechnik sowie der Möbel- und Holzindustrie zusammen. Ein Ziel des Netzwerkes ist die Entwicklung modularer Systeme, die flexibel an verschiedene Anwendungsbedingungen angepasst werden können. Neben Technik und Wirtschaftlichkeit spielt dabei auch die Sicherung der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) eine große Rolle.

Ansprechpartner:

Dr. Ulrich Jumar
Institut für Automation und Kommunikation e.V.
Magdeburg
E-Mail: ulrich.jumar@ifak-md.de
Tel.: 039203 81020

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften