Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Recycling von Stroh zur Erzeugung sauberer Energie

09.09.2004


Bioenergietechnologien tragen zum Schutz der Umwelt bei, weil bei ihnen nachwachsende Brennstoffe in Form von Sägemehl, Baumschnitt, Reis, Stroh, tierischen Rückständen und papierförmigen Anteilen aus festem Hausmüll die Energieträger sind. Doch obwohl diese Biomasseprodukte in einer Vielzahl von Prozessen verarbeitet werden, etwa zur Produktion von sauberen Kraftstoffen, Elektrizität und Chemikalien, tragen sie gegenwärtig nur zu einem Viertel der gesamten Energieproduktion bei. Mit einem viel versprechenden Forschungsvorhaben, bei dem Stroh zur Beschickung von Kraftwerken aufbereitet wird, will man jetzt versuchen, den Anteil der eingesetzten Biomasse als erneuerbare Energiequelle zu erhöhen und damit nicht zuletzt auch einen Beitrag zum Wirtschaftswachstum in ländlichen Regionen zu leisten.


Unter Biomasse versteht man alle pflanzlichen Rohstoffe oder verarbeitete Materialien pflanzlichen Ursprungs, so z.B. schnell wachsende Bäume und Gras, landwirtschaftliche Rückstände und Altholz. Ein verstärkter Einsatz von Biomasse für die Energieerzeugung würde direkt zu einer verringerten Emission von Treibhausgasen, einer geringeren Abhängigkeit von Erdölreserven, einer Ankurbelung der Wirtschaft in ländlichen Regionen und der Schaffung eines neuen, wichtigen Industriezweigs führen. Mehr als mit jeder anderen Energieressource lassen sich mit Biomasse die Forderungen nach Gewährleistung der nationalen Energieversorgung, dem Schutz der Umwelt und wirtschaftlicher Tragbarkeit gleichzeitig erfüllen.

Stroh beispielsweise fällt in den meisten Regionen Europas reichlich an und wartet geradezu darauf, als wichtige und erneuerbare Ressource von Biomasse zur Erzeugung von Strom auf nachhaltige Weise genutzt zu werden. Als Antwort auf diese Herausforderungen führte das vorliegende Projekt zur Entwicklung und Erprobung eines technischen Verfahrens, das die Vergasung von Stroh und die anschließende Beschickung vorhandener Kraftwerke zur Energieerzeugung gestattet. Bei diesem Verfahren kommen viele Spezialtechniken zur Anwendung, die eine erhöhte Funktionalität und Produktivität des Betriebsablaufs gewährleisten und vor allem jedes Risiko einer Freisetzung der in Strohgas enthaltenen Schadstoffe wie Alkali und Chlor ausschließen.


Die leicht implementierbare Technologie lässt sich auch zur Energieproduktion im großen Maßstab nutzen, indem neue Kraftwerke mit vorhandenen gekoppelt werden. Der Wirkungsgrad bei der Verstromung von Stroh beträgt 40% - damit steht Bioenergie aus Stroh konventionellen Alternativen in puncto Wettbewerbsfähigkeit kaum noch nach. Neben seinen anderen Vorteilen senkt die Anwendung dieser Technik auch die Emission der problematischsten Luftschadstoffe, insbesondere SO2 und NOx. Wenn die Vorteile einer Nutzung von Bioenergieressourcen in Form von Stroh für die Umwelt gegenüber den nachteiligen Auswirkungen der billigeren und daher noch immer vielfach eingesetzten fossilen Brennstoffe höher bewertet werden als bisher, so ist diese Technologie wirtschaftlich durchaus konkurrenzfähig und kann daher einen deutlich höheren Anteil an unserer zukünftigen Energieversorgung ausmachen.

Jorma Nieminen | ctm
Weitere Informationen:
http://www.fwc.com

Weitere Berichte zu: Biomasse Energieerzeugung Erzeugung Kraftwerk Recycling

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung