Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"TRAFO-MILLS" - Wasserräder für Äthiopien

31.08.2004


In den Staaten der Dritten Welt ist die Energieversorgung häufig ein zentrales Problem, das die wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt und damit die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen behindert. An der Universität Siegen wird mit dem Projekt "TRAFO-MILLS" dem alten Prinzip Wasserkraft zu neuer Aktualität verholfen.


Prototyp des Dreieckzellenwasserrades im Wasserbaulabor an der Universität Siegen (Maßstab 1:1,5, Leistung P= 0,9 kW, Fallhöhe h = 2,50 m, Zufluss Q = 50 l/s )



In vielen Entwicklungsländern gibt es keine flächenabdeckende Versorgung mit elektrischer Energie. Die Nutzung der regenerativen Energie "Wasserkraft" stellt in Regionen mit hohem Wasserkraftpotential - wie z.B. in Äthiopien - eine ideale Lösung des Problems dar. Die Lebenssituation der Menschen in diesen Regionen wird so verbessert, Ressourcen geschont, Emissionen vermieden und die Umwelt nachhaltig geschützt.



Die Forschungsstelle Wasserwirtschaft und Umwelt (fwu) des Fachbereichs Bauingenieurwesen der Universität Siegen hat mit dem Forschungsprojekt "TRAFO-MILLS" eine neue Form der Energiegewinnung, speziell für Entwicklungsländer erarbeitet. Ziel des Forschungsvorhabens war es, Grundlagen für einen Standard zu schaffen, auf dessen Basis nach einem "Baukastenprinzip" kleine Wasserkraftanlagen kostengünstig implementiert werden können. Dies wurde durch die Entwicklung eines Dreieck-Zellensegment-Wasserrades (DZW) erreicht. Es gibt in Entwicklungsländern einen großen Bedarf an mechanischer Arbeitsleistung für den Antrieb von Ölpressen, Getreidemühlen und Wasserpumpen, auch in entlegenen Gebieten. Zielsetzung des Siegener Projekts war es zu erreichen, dass das Wasserrad direkt über eine mechanische Kupplung Verbraucher wie z.B. Getreidemühlen antreiben oder alternativ über einen Generator elektrischen Strom erzeugen kann.

Das DZW wurde speziell für die manuelle Produktion und den manuellen Zusammenbau entwickelt. Im Wasserbaulabor der fwu wurde ein funktionstüchtiges Modell des Wasserrades aufgebaut und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Leistungselektronik und Elektrische Antriebe (LEA) der Universität Siegen optimiert. Der Wirkungsgrad und auch die Wirtschaftlichkeit der gesamten Kleinwasserkraftanlage werden im Wasserbaulabor der Uni Siegen sowie in den geplanten Pilotanlagen in Äthiopien weiter optimiert.

Auch in Deutschland wäre eine Reaktivierung historische Mühlenstandorte mit dieser Technik möglich. Das Konzept ist als weltweit einsetzbare dezentrale Energieversorgung gedacht.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jensen
FB Bauingenieurwesen/fwu
Tel.:0271/740-2172
Email: jensen@fb10.uni-siegen.de

Kordula Lindner-Jarchow M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-siegen.de

Weitere Berichte zu: Antrieb DZW Wasserbaulabor Wasserräder Äthiopien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Körperenergie als Stromquelle
22.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht „Cool“ bleiben im Büro: Wasser als Kältemittel im Alltag bald vor Durchbruch?
22.08.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen