Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Clausthaler Forschungsroboter wird mit spanischer Hilfe schlauer

04.09.2000


Gonzalo González Rodriguez (rechts im Bild)

trainiert das (kleine) "Großhirn" des Roboters. Mit ihm im Institut:

David Guerrero Dualde.


... mehr zu:
»Roboter »Steuerung
An der Steuerung eines Roboters per Internet arbeiten zur Zeit Wissenschaftler am Institut für Elektrische Informationstechnik der TU Clausthal. Fernziel: Betrieb einer Anlage und die Steuerung der Apparatur
sollen räumlich weit getrennt von einander möglich werden. Dabei sollen zukünftig auch sensorische Informationen, wie beispielsweise Kräfte, Temperaturen, usw. an den Bediener zurückgegeben werden.

Der Clausthaler Forschungsroboter im Institut für Elektrische Informationstechnik bei Professor Dr.-Ing. Ulrich Konigorski wird zur Zeit mit spanischer Hilfe noch (etwas) intelligenter. Gonzalo González Rodriguez, Ingenieursstudent von der Universität Vigo im fünften Studienjahr, arbeitet für zwei Monate im Clausthaler Team an der Fernsteuerung des Roboters per Internet mit. Noch ist die Versuchsanordnung einfach. Durch eine Glaswand und eine Sicherheitstür getrennt, "spielt" der orangefarbene, fast drei Meter große Industrieroboter Flipper: Mit schnellen Bewegungen ergreift er die Abschussfeder, zieht sie sacht nach hinten und lässt los. Der Tischtennisball saust die Rampe hinauf und läuft auf einer schiefen Ebene zwischen einem Labyrinth aus Nägeln in eines der fünf Auffangtore. Jetzt gerät der Roboter ins "Schwitzen". Die Aufgabe lautet: Erkenne, wo die Kugel ist, greife sie sacht, hebe sie an, transportiere sie über die gesamte Tischplatte und lege sie auf einem daumendicken Stift exakt ab. Oberhalb seines Greifers trägt der Roboter eine Kamera. Das ist sein Auge. Ein Bilderkennungs- und Steuerungssystem hinter der Kamera ist das "Gehirn". Der Roboter muss die weiße Kugel vor dem grauen Hintergrund der Tore ausfindig machen, die Information, da ist die Kugel (!) in eine erneute Armbewegung übersetzen, die Kugel schnappen und an der gewünschten Stelle ablegen. Eine zweite Kamera schaut dem Roboter- als stiller Beobachter - dabei zu. Dieses Bild wird per Internet übertragen. Gonzalo González Rodriguez sieht es auf seinem Rechner und kann hilfreich eingreifen, falls der Roboter ins Stocken gerät. Er teilt dem Roboter in Maschinensprache mit, was er tun soll, und dieser bewegt sich an die richtige Stelle, bis er ohne menschliche "Hilfe" seine Aufgaben wieder alleine lösen kann.

Die Vision dieser Forschungsanstrengung könnte etwa lauten: Betrieb einer Anlage und die Steuerung der Apparatur sollen räumlich weit getrennt von einander möglich werden. Dabei sollen zukünftig auch sensorische Informationen, wie beispielsweise Kräfte, Temperaturen, usw. an den Bediener zurückgegeben werden. An dem Mosaikstein der Maschinensprache, in welcher der Roboter per Internet bedient werden soll, einem Java-Programm, arbeitet Gonzalo Gonzalez Rodriguez zur Zeit.

In der Woche konzentriert er sich auf seine Entwicklungsaufgabe, am Wochenende "tankt" er Kultur und Lebensgefühl der großen Städte: "Ich war in Hamburg, Hannover, Berlin, Münster, Aachen, Prag und Kopenhagen", berichtet er. Und welche Stadt war die schönste? "In Berlin könnte ich leben. Prag, Prag ist die schönste", antwortet er ohne Zögern.

Mit ihm im Institut ist David Guerrero Dualde von der Technischen Universität Valencia. Letztes Jahr war er mit dem europäischen Studentenaustauschprogramm IAESTE im norwegischen Trondheim, dieses Jahr in Clausthal-Zellerfeld. David Dualde erzählt: "Die Möglichkeit in den Sommersemesterferien im Ausland zu arbeiten, ist phantastisch. Ich lerne Menschen aus vielen Ländern kennen. Als IAESTE-Student sind zur Zeit Israelis, Brasilianer, Griechen, einfach Menschen aus sehr vielen Ländern zu Gast an der TU Clausthal. Andere Kulturen kennen lernen, in sie eintauchen, das ist sehr schön und wird mir auch später in Spanien helfen. Spanische Firmen legen Wert auf Auslandserfahrung." Verblüfft hat ihn, dass die Deutschen das Mittagessen als schiere Notwendigkeit begriffen. Abfüttern und zurück ins Labor. "Bei uns in Spanien nehmen wir uns Zeit. Man spricht mit Freunden. Das ist Genuss."

Gonzalo Gonzaléz Rodriguez sind Unterschiede in der Studienorganisation zwischen Deutschland und Spanien aufgefallen. "In Spanien müssen wir in zeitlicher rascher Abfolge festgelegte Prüfungen absolvieren. Das ist in Deutschland viel freier. Hier kann ich im Hauptstudium selbst meine Schwerpunkte setzen. Das gefällt mir. Die zwei Studienarbeiten, die in Deutschland im Ingenieursstudium angefertigt werden müssen, bringen einen großen Praxisanteil ins Studium." An der Universität Vigo studieren insgesamt 30.000 junge Menschen, 1200 davon Maschinenbau. "Im ersten Studienjahr waren wir 400. Eine harte Auslese wird über strenge Prüfungen vollzogen. Aber auch danach gibt es an meiner Universität nicht eine so intensive Betreuung der Studenten wie in Clausthal".

Schade war der viele Regen im Juli, und für das spanische Temperament hält Clausthal-Zellerfeld nicht gerade übermäßig viel bereit. Sie nahmen es positiv: "Wir konnten uns auf unsere Arbeit konzentrieren und am Wochenende sind wir viel unterwegs."

Weitere Informationen:
Dipl.-Ing. Jürgen Winkelhake
Institut für Elektrische Informationstechnik
Leibnizstr. 28
D-38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel.: +49 5323 / 72-2764
Fax : +49 5323 / 72-2581
e-mail: juergen@iei.tu-clausthal.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Jochen Brinkmann |

Weitere Berichte zu: Roboter Steuerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochauflösende IR Kamera mit Mikroskopoptik
23.10.2017 | Optris GmbH

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie