Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltschonende und kostengünstige Energieträger: Nutzung von Erdwärme

13.08.2004


Umweltschonende und kostengünstige Energieträger: Nutzung von Erdwärme / Experten erörtern Geothermie-Potenziale in Niedersachsen - Workshop an der Universität Göttingen


Erdwärme als umweltschonender, kostengünstiger und erneuerbarer Energieträger ist Thema des Workshops "Geothermie-Potenziale in Niedersachsen", den das Geowissenschaftliche Zentrum der Universität Göttingen mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr am Mittwoch, 18. August 2004, veranstaltet. Auf Einladung von Prof. Dr. Agust Gudmundsson (Abteilung Strukturgeologie und Geodynamik) und Prof. Dr. Martin Sauter (Abteilung Angewandte Geologie) werden dazu Experten aus Forschung, Behörden und Unternehmen referieren. "Aufgrund der günstigen geologischen Bedingungen sowie seiner Wissenschafts- und Wirtschaftsstruktur bietet Niedersachsen exzellente Voraussetzungen, um in der Erforschung und Erschließung geothermischer Energie eine Vorreiterrolle in Deutschland einzunehmen", betonen die Organisatoren.

Nach Angaben der beiden Wissenschaftler gibt es Berechnungen, nach denen geothermische Energie theoretisch in der Lage ist, das ungefähr 600fache des bundesweiten Jahresenergieverbrauchs zu liefern. Wesentliche Ansätze der Nutzung basieren auf dem Prinzip eines stimulierten geothermischen Systems. Dabei werden in größeren Tiefen Risse im Gestein erzeugt, in die kaltes Wasser injiziert wird. Im Kontakt mit den heißen Gesteinsschichten nimmt das Wasser die Wärme auf und wird dann wieder an die Oberfläche gepumpt, wo es zur Wärmeversorgung oder Stromerzeugung genutzt wird. "Bisherige Forschungsvorhaben konzentrieren sich dabei auf Kristallingesteine wie Granite oder Gneise. In Niedersachsen liegen in geothermisch interessanten Tiefen von drei bis vier Kilometern allerdings Sedimentgesteine vor. Die Forschung auf diesem Gebiet der Geothermienutzung steckt noch in den Anfängen", so Prof. Gudmundsson. In Pilotprojekten müsse geklärt werden, wie sich Erschließungsrisiken minimieren und diese Ressourcen effizient nutzen lassen. "Dazu ist ein fachübergreifender Ansatz notwendig, der geowissenschaftliche, wirtschaftliche und ingenieurtechnische Disziplinen verbindet", betont Prof. Sauter. Dabei sollen Feld- und Laboruntersuchungen sowie numerische Simulationen kombiniert werden.


Im Rahmen des Workshops werden die Referenten über Fachkompetenzen in Niedersachsen, unterschiedliche Erschließungstechniken, Abnehmerpotenziale sowie Wirtschaftlichkeit und Marktzugangsbarrieren informieren. Ziel der Organisatoren ist es, langfristig Fachwissen unterschiedlicher Bereiche zu verknüpfen, um Grundlagenkenntnisse und Technologie zur Nutzung geothermischer Energie in Niedersachsen auszubauen.

Kontaktadresse:

Dr. Thomas Weiß
Georg-August-Universität Göttingen
Geowissenschaftliches Zentrum
Goldschmidtstraße 3, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-7983, Fax (0551) 39-9700
e-mail: tweiss@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gzg.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Energieträger Erdwärme Umweltschonend

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Digitale Messtaster von WayCon – höchst präzise und vielseitig einsetzbar
14.11.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht FAU-Forscher entwickeln neues Materialsystem für effiziente und langlebige Solarzellen
10.11.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie