Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore-Windkraft: Wissen über Wirkungen auf Umwelt und Schifffahrt wird gebündelt

08.02.2001


Forschungsprojekt mit zwei Jahren Laufzeit im Auftrag des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes gestartet

Man weiß nur wenig darüber, ob und wie sich Windkraftanlagen im Offshore-Bereich der Nord- und Ostsee auf die Umwelt, die Tiere und die Sicherheit der Schifffahrt auswirken. Das soll sich nun ändern. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes wird ein Projektteam unter Leitung des Alfred-Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung aus Bremerhaven das vorhandene Wissen zusammentragen und Bewertungsvorschläge unterbreiten. Zudem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sich unnötige Störungen und Belastungen vermeiden lassen. Das Forschungsprojekt läuft bis Ende 2002. Die Nutzung der Windkraft fernab der Nord- und Ostseeküste gilt als eine wichtige zukünftige Energiequelle. Im Zuge des Erneuerbare Energie-Gesetzes wurden bisher über 2000 Offshore-Windenergieanlagen mit circa 8000 Megawatt beantragt, die eine Ausdehnung von über 2000 km2 hätten.

Im interdisziplinär zusammengesetzten Projektteam arbeiten neben dem Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung, die Germanischer Lloyd WindEnergie GmbH, die Germanischer Lloyd Offshore GmbH, das Institut für Vogelforschung, das Deutsche Windenergie-Institut GmbH, das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste und das Institut für technische und angewandte Physik GmbH mit.
Das Forschungsprojekt mit dem kompletten Titel "Untersuchungen zur Vermeidung und Verminderung von Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen im küstenfernen Bereich der Nord- und Ostsee" hat folgende Ziele:

· Dargestellt wird der Wissensstand zu möglichen Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen (Bau, Betrieb, Rückbau). Im Blickpunkt stehen die Lebensgemeinschaften des Meeresbodens, Rast- und Zugvögel sowie die Meeressäuger. Für die Rast- und Zugvögel beispielsweise werden räumlich und zeitlich begrenzte Feldstudien zum Vorkommen und Flugverhalten in Nord- und Ostsee vorgenommen.

· Es werden methodische Grundlagen zur Untersuchung und Bewertung von potenziellen Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen gelegt.

· Es wird das Risikopotential von Schiffskollisionen mit derartigen Anlagen und die möglichen Folgen auf die Umwelt geschätzt.

· Es werden Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung der Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen entwickelt.

· Es werden Wissenslücken und weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt.

Das Forschungsprojekt wurde in engem fachlichen Austausch mit dem Bundesamt für Naturschutz (Außenstelle Vilm) vorbereitet, weil beim Ausbau der Offshore-Windenergienutzung fachübergreifende Fragestellungen zu bearbeiten sind.
Angesichts der Vielzahl der beantragten Windenergieparks in Nord- und Ostsee sind standortspezifische Umweltverträglichkeitsstudien, die im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens notwendig werden, nicht Gegenstand dieses Forschungsprojektes. Allerdings wird ein Informationsaustausch mit den einzelnen, teilweise bereits privatwirtschaftlich beauftragten Umweltverträglichkeitsstudien und Risikoanalysen erfolgen.

Detaillierte Angaben über die Inhalte und Ziele des Projektes gibt es in einem vierseitigen Hintergrundpapier, das in Papierform oder als Datei kostenlos angefordert werden kann beim Umweltbundesamt, Pressestelle, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/8903-2798, E-Mail: jana.schmidt@uba.de.

Karsten Klenner | idw

Weitere Berichte zu: Meeresumwelt Offshore-Windenergieanlage Schifffahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie