Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom sparen auch mit alten Waschmaschinen möglich

29.06.2004


Ein Kooperationsprojekt des Berliner IZT - Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung entwickelte eine Methode, um alte Waschmaschinen energieeffizient aufzurüsten: Ein neuer "Mikrocontroller" senkt den Stromverbrauch bei gebrauchten Waschmaschinen auf das Niveau eines Neugerätes. Die Studie steht zum kostenlosen Download bereit.


Ausrangierte Waschmaschinen haben einen großen Anteil am Elektronikschrott. Allein in Deutschland werden rund 4 Millionen Maschinen jährlich ausgemustert. Würde man diese Maschinen hintereinander aufstellen, zöge sich die Schrottschlange von Dänemark bis Sizilien. Eine gewaltige Rohstoffverschwendung tut sich auf. Zwar ließ sich die Schrottmenge durch das Aufarbeiten alter Waschmaschinen bisher schon verringern, doch stand das Recycling gebrauchter Waschmaschinen dabei vor einem ungelösten ökologischen Problem: Die älteren Maschinen verbrauchen erheblich mehr Wasser und Strom als die neueren und sind deshalb nicht zwangsläufig umweltfreundlicher als die Neugeräte.

"Mikrocontroller" heißt die entscheidende Neuerung

In einem Kooperationsprojekt des Berliner IZT - Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ist es jetzt gelungen, den Strom- und Wasserverbrauch alter Waschmaschinen deutlich zu verringern. Die entscheidende, energiesparende Neuerung heißt "Mikrocontrollersteuerung" und ersetzt das herkömmliche mechanische Programmschaltwerk.

Projektpartner und Förderung
Das Modellprojekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Kooperationspartner waren der Verein Ökologie & Arbeit in Karlsruhe (technische Leitung), die AEG Hausgeräte GmbH, die Fachhochschule Karlsruhe und das Umweltamt der Stadt Karlsruhe.

"Der Stromverbrauch sinkt auf das Niveau eines Neugerätes"
Begleitforscher Siegfried Behrendt vom IZT - Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung zu den Vorzügen des neu entwickelten ’Mikrocontrollers’: "Wird die neue elektronische Steuerung bei einer sechs bis sieben Jahre alten Waschmaschine eingebaut, sinkt der Stromverbrauch auf das Niveau eines Neugerätes. Das neue elektronische Schaltwerk hat außerdem den Vorteil, dass man es leicht den verschiedenen Waschmaschinentypen anpassen kann."

Die Wissenschaftler kooperieren nicht nur mit Recyclingbetrieben, sondern hoffen auch, Hausgerätehersteller zu finden, deren Kundenservice die Montage eines Mikrocontrollers im Haushalt routinemäßig durchführt, sobald bei hochwertigen, langlebigen Markenwaschmaschinen das konventionelle mechanische Schaltwerk defekt ist.

Gespräche mit Herstellern wegen Serienfertigung. Allerdings hat die neue technische Lösung derzeit noch einen wirtschaftlichen Nachteil: Solange die Mikrocontroller von Hand gefertigt werden müssen, sind die Kosten der Umrüstung für die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht attraktiv. Wissenschaftler des IZT sind daher im Gespräch mit Herstellern, um eine Serienfertigung der "Mikrocontroller" anzubahnen. Siegfried Behrendt (IZT): "Ich hoffe, dass Reparaturbetriebe und Markenhersteller bald damit werben können, dass sie in der Lage sind, mechanisch noch gut funktionierende ältere Geräte mit der Computertechnik von heute zu optimieren. Das schont die Umwelt und die Kundenportemonnaies."

Barbara Debus | idw
Weitere Informationen:
http://www.izt.de

Weitere Berichte zu: IZT Neugerät Schaltwerk Stromverbrauch Waschmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektrische Felder steuern Nano-Maschinen 100.000-mal schneller als herkömmliche Methoden
19.01.2018 | Technische Universität München

nachricht Perowskit-Solarzellen: mesoporöse Zwischenschicht mildert Einfluss von Defekten
18.01.2018 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie