Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HotModule: Große stationäre Brennstoffzellen kurz vor der Marktreife

22.06.2004


Die HotModule-Brennstoffzellen des deutschen Herstellers MTU CFC Solutions stehen kurz vor der Marktreife: 2006 soll die Serienproduktion der Anlagen beginnen, die mit einer elektrischen Leistung von 250 Kilowatt zu den größten stationären Brennstoffzellensystemen in der Entwicklung gehören. In mehreren Testanlagen erprobt die DaimlerChrysler-Tochter seit einigen Jahren die Leistungsfähigkeit und Praxistauglichkeit der Systeme.



Die HotModule-Brennstoffzellen sind Schmelzkarbonatbrennstoffzellen (MCFC). Sie arbeiten mit einer Elektrolytschmelze aus flüssigen Alkalikarbonaten. Alkalikarbonate sind Verbindungen aus Alkalimetall-Ionen wie Lithium oder Kalium und CO3-Ionen. Die Arbeitstemperatur der Zelle liegt bei 650 Grad Celsius. So kann Erdgas, Biogas oder Klärgas ohne externe Reformierung als Brenngas verwendet werden. Das Gas muss lediglich in einer vorgeschalteten Gasaufbereitungsanlage aufgearbeitet werden. Das zentrale Brennstoffzellen-Modul besteht aus einer Stahlröhre, in der die Brennstoffzellen-Stacks, Be- und Entlüftungssysteme sowie die Zuführung des Brenngases untergebracht sind.

... mehr zu:
»HotModul »Prozessdampf


Der elektrische Wirkungsgrad des Zellenblocks liegt bei 55 Prozent. Am Netz ergibt dies einen Wirkungsgrad von etwa 47 Prozent. Wegen der hohen Betriebstemperatur kann jedoch auch die Abwärme genutzt werden: Bei deren konsequenter Weiternutzung lässt sich ein Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 Prozent erreichen. Wird mit der Abwärme eine Dampfturbine betrieben, lässt sich der elektrische Wirkungsgrad bis auf Werte von etwa 65 Prozent steigern.

Mit den hohen Temperaturen der Abluft liegt ein Einsatz in Anlagen nahe, in denen Prozessdampf benötigt wird, beispielsweise zur Sterilisation in Kliniken oder für industrielle Fertigungsprozesse: So läuft beispielsweise beim Reifenhersteller Michelin seit mehr als einem Jahr eine solche Anlage, die neben Strom Prozessdampf für die Vulkanisation von Lkw-Reifen herstellt. Im Rhönklinikum in Neustadt/Saale ist bereits seit 2001 ein HotModule im Einsatz, das Dampf für die Klimatisierung und die Sterilisierung liefert.

"Mit der Serienproduktion soll im Jahr 2006 begonnen werden", bestätigt Daniel Reinhardt, Sprecher der MTU. Ab 2007 rechnet Reinhardt mit Stückzahlen von etwa 100 Einheiten pro Jahr. Diese Serienproduktion soll mit einer Automatisierung der Fertigung einhergehen: Die Stacks werden dann nicht mehr in Handarbeit, sondern maschinell zusammengesetzt.

Im Anschaffungspreis wird das HotModule der Konkurrenz herkömmlicher Gasmotoren noch nicht standhalten können, räumt Reinhardt ein. Dennoch könnten sich die Anlagen langfristig amortisieren: Wegen ihres höheren Wirkungsgrades seien die für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage viel relevanteren Betriebskosten deutlich geringer. Anwendungsgebiet soll die dezentrale Stromversorgung in energieintensiven Bereichen sein, beispielsweise in Kliniken, Brauereien und anderen Industriebetrieben. Bislang sind nur Testanlagen des HotModules in Betrieb, die mit Erdgas betrieben werden. Künftig seien jedoch auch Anlagen denkbar, die ihre Energie aus Bio-, Klär- oder Synthesegas beziehen.

Ulrich Dewald | Initiative-Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.initiative-brennstoffzelle.de

Weitere Berichte zu: HotModul Prozessdampf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie