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Das Netz sicher beherrschen

14.06.2004


Die meisten Windenergieanlagen sind an Mittelspannungsnetze (bis 39 kV) angeschlossen. Heute werden jedoch vermehrt große Windparks direkt an das Hochspannungsnetz (110 kV) oder sogar an das Hochstspannungsnetz (400 kV) angeschlossen. Damit wird der Windstrom in Systeme eingespeist, die für unsere Versorgungssicherheit eine sehr wichtige Rolle spielen. Durch den Ausbau der Windenergie haben sich die Verhältnisse in den Netzen geändert. Die "Lastflüsse" (der Energietransport) nehmen aufgrund des hohen Windanteils zu Starkwindzeiten andere Wege zum Verbraucher als noch vor wenigen Jahren. Einige Wege, Leitungen also, sind heute noch nicht richtig ausgebaut, während andere zum Teil auch entlastet werden. Die E.ON Netz plant den Ausbau von rund 110 km Hochspannungsleitung in Schleswig-Holstein und etwa 180 km Hoch- und Hochstspannungsleitung in Niedersachsen.


Diese und andere Ausbaumaßnahmen werden dafür sorgen, dass der gesamte Strom von insgesamt 10 GW Onshore Windenergie im Jahr 2010 in der E.ON Regelzone aufgenommen und transportiert werden kann, so die E.ON Netz [E.ON Netz Windreport 2004]. Der Netzbetreiber ist durch den Gesetzgeber gehalten, die Netzsicherheit zu gewährleisten. Um dies auch in Starkwindsituationen zu ermöglichen, werden ENERCON Windparks mit einer so genannten Prozessdatenschnittstelle ausgestattet. Sie erlaubt den Netzbetreibern die aktuelle Windleistung abzufragen und bei Gefahr für den Netzbetrieb, z. B. einem Transportengpass, die Windenergieanlagenleistung zu reduzieren. Durch diese Maßnahme ist es auch heute noch möglich, bei Netzbetreibern eine Genehmigung fur einen Netzanschluss zu erhalten.

Es zeigt sich, dass von vielen Betreibern das Erzeugungsmanagement als probates Mittel des Netzbetreibers zur Aufrechterhaltung der Netzsicherheit angesehen wird. Seit November 2002 sind ca. 250 MW Windleistung mit einer Prozessdatenschnittstelle ausgestattet worden. Nach Auskunft der E.ON Netz ist das Erzeugungsmanagement seit seiner Einfuhrung sechsmal eingesetzt worden. Alle Leitungen konnten damit in einen sicheren Zustand gefahren werden. Sobald dem Betriebsführer der Netzleitwarte unzulässige Zustande angezeigt werden, kann dieser aus der Ferne einen Schalter öffnen und die Stromabnahme oder -aufnahme stoppen.


Für ENERCON Windparks ist eine solche schlagartige Abschaltung nicht mehr erforderlich. Per Fernbefehl kann der Windpark auf unterschiedliche Zwischenwerte eingestellt werden, wobei die Windenergieanlagen sanft herunter und nach Engpassbeseitigung sofort wieder hochfahren. Bis zur Einführung dieser technischen Möglichkeit war es erforderlich, in Gefahrensituation die Windparks durch einen so genannten "Leistungsschalter" abzuschalten. Nach dem Wiederzuschalten sind dann nach und nach alle Windenergieanlagen wieder angefahren. Durch den Ferneingriff bleiben den Betreibern von ENERCON Windparks diese Maßnahmen erspart. Es zeigt sich, dass ENERCON fur sicherheitsrelevante Fragen zuverlassige Lösungen in der Energieversorgung liefert, weit über die einzelne Windenergieanlage hinaus.

Nicole Weinhold | ENERCON GmbH
Weitere Informationen:
http://www.enercon.de

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