Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF fördert vier Kompetenznetzwerke zur Vernetzung der Grundlagenforschung im Bereich "Erneuerbare Energien"

28.05.2001


Zur Vernetzung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen mit Hochschuleinrichtungen und Wirtschaft hat das BMBF im Januar 2001 einen Ideenwettbewerb "Vernetzung der Grundlagenforschung im Bereich Erneuerbare Energien" ausgeschrieben. Dazu wurden 34 Projektskizzen eingereicht, die von externen, auch ausländischen Gutachtern bewertet wurden. Ziel der Ausschreibung war, die Forschungs- und Managementkapazität der außer-universitären Forschung mit dem reichhaltigen Ideenpotenzial der Hochschulen in der stark segmentierten Forschungslandschaft im Bereich "Erneuerbare Energien" zu vernetzen und innovative Unternehmen in die Kooperation einzubeziehen.

Auf der Grundlage entsprechender Gutachtervoten wurden jetzt vier Netzwerke für die weitere Förderung ausgewählt, in denen die antragstellenden Forschungseinrichtungen und die Gutachter aktuell einen besonders großen Nutzen in der gezielten Entwicklung der Kooperationsstrukturen sehen.

Die Forschungslandschaft in Deutschland ist im Bereich "Erneuerbare Energien", wie der Wissenschaftsrat in seiner Stellungnahme zur Energieforschung von 1999 festgestellt hat, stark segmentiert. Mit dem Instrument des Vernetzungsfonds soll das Ideenpotenzial insbesondere auch kleinerer Institute und von Hochschulen mit der Forschungskapazität und den Managementerfahrungen der Großforschung für innovative Anwendungen erschlossen werden. Außer dem jetzt bewilligten Vorhaben kommt dafür eine Reihe weiterer Felder in Betracht, die in späteren Ausschreibungen definiert werden sollen.

Die ausgewählten Kompetenznetzwerke:

Netzwerk "Regenerative Kraftstoffe"

Unter Federführung des "Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg" in Stuttgart (ZSW-BW) sollen Kraftstoffe aus erneuerbaren Ressourcen entwickelt werden. In einem künftigen Energiesystem mit dezentralen Energieerzeugungs- und Nutzungsstrukturen sollen solche Kraftstoffe - neben Wasserstoff sind dies vor allem Alkohole, Kohlenwasserstoffe und biomassestämmige Öle - als Alternativen oder als Zumischung zu konventionellen Kraftstoffen benutzt werden. Partner in diesem Netzwerk sind u. a. Universitätsinstitute in Hohenheim, Karlsruhe, Kassel und Stuttgart; aus der außeruniversitären Forschung das Institut für Solare Energienversorgungstechnik (ISET) in Kassel, die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart sowie das Forschungszentrum Jülich. Aus der Wirtschaft sind Wissenschaftler u. a. der Volkswagen AG, der Forschungsallianz Brennstoffzellen, des Bayerischen Zentrums für angewandte Energieforschung e.V. sowie des Deutschen Wasserstoffverbands eingebunden.

Koordinator des Netzwerkes ist Dr. Specht beim Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, Heßbrühlstraße 21C, 70565 Stuttgart.

Netzwerk "Entwicklung von Barriereschichten für Dünnschichtsolarzellen"

Dünnschichtsolarzellen haben auf dem wachsenden Photovoltaikmarkt ein hohes Kostenreduktionspotenzial. Dabei ist im einzelnen aber noch nicht absehbar, welche Materialsysteme sich bei der Produktion von Kapazitäten im Multimegawattbereich durchsetzen werden. Gemeinsam mit Universitätsinstituten in Konstanz, Stuttgart, Kaiserslautern und Dresden sowie dem Institut für Neue Materialien, Saarbrücken, und dem Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart sollen neue Präparationsverfahren und Materialien getestet und im Hinblick auf Produktionsverfahren optimiert werden. Wie in den anderen Netzwerken, so werden auch hier noch weitere Partner hinzugezogen, um die Forschungsansätze noch zu verbreitern und zu realisieren.

Koordinator des Netzwerkes ist Dr. M. Powalla, ZSW-BW, Heßbrühlstraße 21C, 70565 Stuttgart.

Netzwerk "Polymere Solarzellen/Serielle Fertigung von flexiblen Dünnschichtsolarzellen aus organischen Funktionspolymeren"

In diesem Netzwerk werden zwei Projektskizzen zusammengefasst, die vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg und dem Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V. (TITK) in Rudolstadt erarbeitet worden sind. Partner in diesem Netzwerk sind u.a. Universitätsinstitute in Oldenburg, Ulm, Jena, Ilmenau und Dresden sowie die außeruniversitären Institute ISET Kassel, HMI Berlin sowie das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Einschlägige Unternehmen, die sich mit neuen Materialien auf diesem Gebiet beschäftigen, sind in verschiedene Teilprojekte integriert.

Koordinatoren sind Dr. A. Hinsch vom Fraunhofer-Institut ISE, Oltmannstr. 5, 79100 Freiburg sowie Dr. S. Sensfuss und Prof. H.-K. Roth vom Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung e.V., Breitscheidstr. 97, 07407 Rudolfstadt-Schwarza.

Netzwerk "Advanced Photomanagement for Photovoltaik and Application/ höchsteffiziente Solarzellen der nächsten Generation" Auch in diesem Fall sind zwei Ideenskizzen zu einem Netzwerk zusammengefasst worden, die sich mit Solarzellen der nächsten Generation beschäftigen. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung sogenannter Tandemsolarzellen, mit denen das Spektrum des eingestrahlten Sonnenlichts erheblich erweitert wird, das für die Umwandlung von Sonnenenergie in Strom genutzt werden kann. Dabei spielen sogenannte photonic crystals eine besondere Rolle. Die im Rahmen des Netzwerkes zu bearbeitenden Themen bieten große Chancen für die Weiterentwicklung der Photovoltaik, sind aber naturgemäß noch hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit ungewiss. Deshalb kommt der Forschung in diesem Gebiet hohe Bedeutung zu, wobei auf Ergebnisse angrenzender Forschungsgebiete, wie z. B. der Mikro- und Nanotechnologie zurückgegriffen wird. Koordinator dieses Netzwerkes ist Dr. R. Carius vom Institut für Photovoltaik des Forschungszentrums Jülich (FZJ), Wilhelm-Johnen-Str. 5, 52428 Jülich in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut ISE in Freiburg. Eingebunden sind derzeit Universitätsinstitute in Aachen, Oldenburg, München, Stuttgart und Karlsruhe sowie als außeruniversitäre Partner das HMI in Berlin und das Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle.

Pressereferat (LS 13) | BMBF-PRESSEDIENST
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Solarenergie unterstützt Industrieprozesse
17.07.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie