Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomasse: Eine praxistaugliche und emissionsfreie Bio-Energiequelle

17.03.2004


Mit Blick auf die Vorgaben des Kyoto-Protokolls wurde in einem von der EU finanzierten Projekt gezielt die Brauchbarkeit von Biomasse bezüglich der chemischen Zusammensetzung und der Verbrennungsbedingungen eingehend untersucht.



Biomasse unterliegt starken Schwankungen der Qualität und Quantität und weist unter Umständen hohe Konzentrationen von Alkalimetallen wie Natrium, Kalium, Schwefel und Chlor auf. Überdies kann die Verbrennung solcher Bio-Brennstoffe mit erheblichen SO2-Emissionen verbunden sein und im Anlagenbetrieb zu großen Problemen wie z.B. Korrosion führen. Eine Entschärfung dieser Probleme wird also letztlich zu geringeren Kosten, mehr Effizienz, weniger Emissionen und höheren Einsparungen bei Kraftwerken führen, die mit Biomasse beschickt werden.

... mehr zu:
»Biomasse »Chlor »SO2 »Schwefel


Detailkenntnisse auf dem Gebiet der Alkalichemie können die Entwicklung geeigneter und kostengünstiger Maßnahmen ermöglichen. So stellen beispielsweise schon einfache betriebliche Änderungen zum Ausfiltern von SO2 am Brennraumboden und aus der Flugasche eine einfache und kostengünstige Alternative dar. Darüber hinaus können solche Maßnahmen auch zu einer wirksamen Verringerung der durch Alkalisubstanzen hervorgerufenen Korrosionserscheinungen führen, was wiederum der Betriebssicherheit zugute kommt und die Möglichkeit bietet, den Strohanteil in den Verbrennungsprozessen zu erhöhen.

In der Versuchsreihe mit der Bezeichnung HIAL wurde die Verbrennungschemie und insbesondere die Freisetzung von Alkalimetallen, Schwefel und Chlor untersucht. Dabei wurden verschiedene Arten von Strohproben unterschiedlicher Herkunft in Verbindung mit hochalkalischen Brennstoffen unterschiedlicher Elementzusammensetzung verwendet. Die ausgewählten Proben wurden in fortschrittlichen chemischen Analysen sowie unter Einsatz von Röntgendiffraktionstechniken charakterisiert. Zur Spezifizierung der bei der Freisetzung dieser Substanzen wirksamen Mechanismen wurden diese während des Projekts in Verbrennungssystemen nach modernsten Verfahren der Massenspektrometrie studiert.

Wie die Studie zeigte, sind sowohl die Verbrennungstemperatur als auch die chemische Bindung von Schwefel und Chlor in der Biomasse wichtige Parameter für die Freisetzung von SO2 und HCl. Auch eine Konzentration von Kaliumsulfaten senkt die Freisetzung von SO2. Umgekehrt jedoch ist die Freisetzung von Kalium vom Chlorgehalt abhängig. Außerdem begünstigt Siliziumdioxid die Freisetzung von SO2, während dieser Stoff durch Co-Verbrennung einen negativen Einfluss auf die SO2-Freisetzung und einen positiven auf die Freisetzung von Alkalisubstanzen hat. Alle gefundenen Daten können in Vorhersagemodellen für solche Freisetzungen unter verschiedenen Verbrennungbedingungen und bei unterschiedlichen Brennstoffzusammensetzungen weiter verwendet werden.

Kontakt:

Prof. Klaus Hilpert
Forschungszentrum Juelich GmbH
Leo-Brandt-Strasse, 52425 Juelich
Tel: 02461-613280, Fax: -613699
Email: k.hilpert@fz-juelich.de

Prof. Klaus Hilpert | ctm
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Biomasse Chlor SO2 Schwefel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht SmartMeter analysieren mit Algorithmen den Stromverbrauch
01.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS

nachricht Energiehybrid: Batterie trifft Superkondensator
01.12.2016 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie