Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sulzer Hexis erprobt Betrieb von Brennstoffzellen mit Flüssiggas

27.02.2004


Der Schweizer Brennstoffzellenhersteller Sulzer Hexis erprobt den Betrieb von Brennstoffzellen, die mit Flüssiggas betrieben werden. Damit könnten künftig auch Verbraucher die Technologie nutzen, die in ländlichen Gebieten wohnen und keinen Zugang zu einem Erdgasanschluss haben. Sulzer Hexis hat mit dem Deutschen Verband Flüssiggas (DVFG) eine entsprechende Kooperation vereinbart, in der die Machbarkeit und die Wirtschaftlichkeit eines solchen Systems ausgelotet werden soll.




In Deutschland gibt es derzeit rund 400.000 Haushalte, deren Heizungsanlagen mit Propangas aus Flüssiggastanks befeuert werden. Sie befinden sich meist in ländlichen Gebieten ohne Anschluss ans Erdgasnetz und werden durch Tankfahrzeuge mit dem Brennstoff versorgt. Demgegenüber gibt es in Deutschland rund 17 Millionen Wohnungen,


die mit Erdgas beheizt werden.

Die in Deutschland bisher installierten Brennstoffzellenanlagen zur Versorgung von Wohnhäusern mit Wärme und Strom laufen ausschließlich mit Erdgas. Dessen Hauptbestandteil ist Methan (CH4) – ein Gas, aus dem der für den Betrieb benötigte Wasserstoff entweder in einem externen Reformer oder intern in der Zelle selbst gewonnen werden kann. Prototypen zur Nutzung von Propan (C3H8) für die Hausversorgung gibt es dagegen bis auf eine Testanlage an der Universität in Duisburg noch nicht.


Der DVFG ist daher die Kooperation mit Sulzer Hexis eingegangen, um die technische Umsetzung und die Marktchancen flüssiggasbetriebener Brennstoffzellensysteme zu ermitteln. Nächster Schritt sollen Feldversuche unter Beteiligung des europäischen Verbandes für Flüssiggas sein. Erste Vorversuche bei Sulzer Hexis mit Flüssiggas seien bereits erfolgreich verlaufen, erklärt Susanne Riggenbach, im Unternehmen für Kommunikation zuständig. Für die Reformierung des Gases seien im Vergleich zu den Erdgassystemen wohl nur geringfügige Anpassungen notwendig. Neben Erdgas und Flüssiggas untersucht Sulzer Hexis auch die Nutzung anderer Brennstoffe wie Heizöl oder Biogas in Brennstoffzellen.

Mit ihren hohen Arbeitstemperaturen von mehr als 700 Grad Celsius eignen sich die eingesetzten SOFC-Anlagen besonders gut für den Betrieb mit alternativen Brennstoffen, da hier die Reformierung nicht in einem externen Reformer, sondern in der Zelle selbst stattfinden kann. Zudem wird die SOFC problemlos mit Kohlenmonoxid (CO) fertig, das in geringen Mengen im Brenngas vorkommt. Doch auch in den bei wesentlich niedrigeren Temperaturen von etwa 80 Grad Celsius arbeitenden PEM-Brennstoffzellen für die Haustechnik könnte Flüssiggas zum Einsatz kommen.

Interessant könnten flüssiggasbetriebene Brennstoffzellen nicht nur für Hausanlagen, sondern auch in mobilen Geräten zur Stromversorgung sein. Flüssiggas ist bereits eine wichtige Energiequelle in Wochenendhäusern, Wohnmobilen und bei Campern, und für Gasflaschen gibt es ein dichtes Händlernetz. Entwickler arbeiten bereits an propangasbetriebenen Kleinsystemen mit elektrischen Leistungen von bis zu 1 Kilowatt. Prototypen wurden jedoch bislang noch nicht vorgestellt.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.initiative-brennstoffzelle.de

Weitere Berichte zu: Brennstoff Brennstoffzelle Erdgas Flüssiggas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Intelligente Bauteile für das Stromnetz der Zukunft
18.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Energie: Preiswertere, weniger toxische und recycelbare Lichtsensoren zur Wasserstoffherstellung
17.04.2018 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Scientists re-create brain neurons to study obesity and personalize treatment

20.04.2018 | Health and Medicine

Spider silk key to new bone-fixing composite

20.04.2018 | Materials Sciences

Clear as mud: Desiccation cracks help reveal the shape of water on Mars

20.04.2018 | Earth Sciences

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics