Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ozeanische Methanvorkommen überbewertet

18.02.2004


Kritiker: Gas vom Meersgrund ist zu teuer und keine echte Alternative



Ein US-Experte für Gasvorkommen widerspricht bisherigen Angaben über die Mengen von Methangasen am Meeresboden. Die Schätzungen von 10.000 Gigatonnen sind, so Alexei Milkov von BP-America, hoffnungslos überzogen. Tatsächlich glaubt Milkov, dass sich die Vorräte auf 500 bis 2.500 Gigatonnen belaufen, berichtet er in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Earth Science Reviews.

... mehr zu:
»Meeresgrund »Methan »Ozeanisch


Gashydrate enthalten große Mengen an natürlichen Gasen, in erster Linie Methan. Sie entstehen unter hohem Druck und unter niedrigen Temperaturen. Die Entdeckung dieser weißlich und faulig reichenden Eisklumpen am Meeresgrund geht unter anderem auf eine GEOMAR-Expedition im Jahr 1996 zurück. Damals fanden die deutschen Forscher einen solchen Eisklumpen aus der Tiefsee vor der Küste Nordamerikas. Noch größere Gasvorkommen wurden in den Sedimenten der Tiefsee vermutet. Methangas vom Meeresgrund war bald Gegenstand zahlreicher Forschungsberichte. Die Forscher haben aber auch den Zusammenhang des Methans mit dem Klimageschehen auf der Erde erkannt. Nach Meinung des Wissenschaftlers Gerald Dickens von der Rice University führte das Aufsteigen großer Methangasmengen zum Anstieg der weltweiten Temperaturen vor 55 Mio. Jahren.

Nach Ansicht von Milkov sind auch die Methangasmengen, die seinerzeit zum Anstieg der Temperaturen geführt haben, um ein Vielfaches geringer als bisher angenommen. Dennoch glaubt der Forscher, dass die Vorräte am Meeresboden eine Ausbeutung sinnvoll machen. Die Hydrate enthalten doppelt soviel Methan wie andere Gaslagerstätten. "Die weltweiten Zahlen sind ausschlaggebend, aber diese haben nicht viel mit der Ressource selbst zu tun", meint Tim Collett vom US-Geological Survey in Denver. Bereits 1999 wurde in Japan, im Golf von Mexiko sowie in Alaska mit den Bohrungen auf der Suche nach Methanlagerstätten begonnen. Die Forscher sind aber besorgt, denn die Bohrungen nach Methan sind gefährlich: plötzlich austretendes Gas ist in der Lage Schiffe und Bohrinseln im Ozean in Gefahr zu bringen. Australische Wissenschaftler behaupten sogar, dass plötzlich aufsteigende Methangasblasen dazu führen, dass Schiffe einfach untergehen. Die Blasen setzen nämlich die Auftriebskräfte des Wassers aus.

"Das Bohren nach Gashydraten kostet mindestens sechs Mal mehr als das Bohren nach Öl- oder Gasreserven", erklärt Bahman Tohidi, Direktor des Centre for Gas Hydrate Research in Edinburgh. Zu den Vorteilen bei Methan gehört die geringere Menge von Schadstoffen bei der Verbrennung. Umweltschützer fürchten aber, dass diese Art der Energie erneut zur CO2-Belastung in der Atmosphäre beiträgt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.elsevier.com
http://www.usgs.gov

Weitere Berichte zu: Meeresgrund Methan Ozeanisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften