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Europa soll weltweit Vorreiter für erneuerbare Energien werden

20.01.2004


Umweltschützer und Politiker haben die Europäische Union aufgerufen, weltweit eine Vorreiterrolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien zu übernehmen. Zur Eröffnung einer dreitägigen Konferenz in Berlin sagte Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Montag vor rund 600 Delegierten aus 45 Ländern: «Der globale Ausbau der erneuerbaren Energien wird nur gelingen, wenn Europa beharrlich und in vielfältiger Weise als Vorreiter agiert.»



Die Erwärmung des Klimas bis zum Ende des Jahrhunderts müsse durch die Reduktion der Treibhausgase, die von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl und Gas freigesetzt werden, auf zwei Grad beschränkt bleiben, sagte Trittin. Zugleich sei der Einsatz für die erneuerbaren Energien aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Erdwärme auch ein Beitrag zur Friedenspolitik. «Erneuerbare Energien hat jedes Land im Überfluss. Kein Land muss deshalb Krieg führen.»

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Die Tagung in Berlin, zu der die EU-Kommission eingeladen hatte, dient der Vorbereitung der Internationalen Konferenz zum Ausbau erneuerbarer Energien («Renewables 2004») Anfang Juni in Bonn. Umweltschützer fordern im Interesse des Klimaschutzes, den Anteil der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. «Europa muss voran gehen. Wir erwarten klare Weichenstellungen», sagte ein Sprecher der Umweltgruppen.

60 Aktivisten von Greenpeace demonstrierten vor dem Konferenzzentrum für die Windenergie. Sie hatten ein 20 Meter langes und zwei Tonnen schweres Rotorblatt eines Windkraftwerks am Tagungsort abgestellt. Greenpeace-Sprecher Sven Teske kritisierte, dass die Europäische Kommission keine hochrangeigen Vertreter zu der Konferenz nach Berlin geschickt habe. EU-Kommissarin Loyola de Palacio hatte kurzfristig abgesagt.

Eines der Themen der Berliner Konferenz sind die unterschiedlichen Fördermodelle in Europa für die erneuerbaren Energien. Trittin forderte die EU-Partner auf, mit einer gemeinsamen Position in die Bonner Konferenz zu gehen, die vom 1. bis zum 4. Juni stattfindet.

| pro-physik.de
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