Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NRW: Braun- und Steinkohle bestimmen weiterhin den Energiemix

15.12.2003


Die Kapazität an Braun- und Steinkohlekraftwerken in NRW wird bis 2020 voraussichtlich nahezu konstant bleiben. Regenerative Energien werden auch zukünftig nur einen relativ geringen Beitrag zur Stromversorgung Nordrhein-Westfalens leisten.


Die heutigen Kapazitäten an Braun- und Steinkohlekraftwerken in NRW werden voraussichtlich auch noch im Jahr 2020 bestehen. Dies ist ein Ergebnis des Gutachtens "Energiemix der Zukunft unter besonderer Berücksichtigung regenerativer Energieträger in Nordrhein-Westfalen", das das RWI im Auftrag des Parlamentarischen Beratungs- und Gutachterdienstes des Landtags Nordrhein-Westfalen erstellt hat. Demnach wird Strom aus Braunkohle in der Grundlast trotz zusätzlicher Belastungen durch den Emissionshandel kostengünstiger als andere Energieträger bleiben. Alte Braunkohlekraftwerke, die ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer erreicht haben, werden daher voraussichtlich durch effizientere Braunkohlekraftwerke ersetzt werden. Chancen für den Bau neuer hocheffizienter Steinkohlekraftwerke könnten sich bieten, weil der durch den sukzessiven Ausstieg aus der Kernenergie verursachte zukünftige Bedarf an neuen Kraftwerken aus Kapazitätsgründen nicht allein durch Braunkohlekraftwerke gedeckt werden kann. Atomstrom machte in Deutschland bisher bis zu 50% des gesamten in der Grundlast erzeugten Stromvolumens aus.

Erdgas in Spitzen- und Mittellastbereich auf dem Vormarsch


Anders sieht es hingegen in den Bereichen Spitzen- und Mittellast aus: hier wird vermutlich der Anteil an mit Erdgas betriebenen Gas- und Dampfturbinenkraftwerken (GuD-Anlagen) zunehmen. Diese sind im Bau billiger als Kohlekraftwerke. Niedrige CO2 -Emissionsfaktoren sorgen zudem dafür, dass für den Betrieb von Erdgasanlagen eine geringere Zahl von Emissionslizenzen nötig sein wird als für Kohlekraftwerke gleicher Leistung. Für die Spitzenlast sind Erdgaskraftwerke besonders geeignet, weil sie in sehr kurzer Zeit hochgefahren werden können. Daher werden bestehende Erdgaskraftwerke lediglich durch moderne mit Erdgas betriebene GuD-Anlagen mit hohem Wirkungsgrad ersetzt werden.

Erneuerbare Energien leisten einen kaum bedeutenden Beitrag

Regenerative Energien werden hingegen eine relativ geringe Rolle im zukünftigen Energiemix von NRW spielen. Bis zum Jahr 2020 wird ihr Anteil an der Stromerzeugung voraussichtlich die Marke von 5% nicht wesentlich überschreiten. Derzeit haben regenerative Energien einen Anteil von rund 1,5%, welcher vor allem auf Wind- und Wasserkraft beruht. Zwar wird sich der Wettbewerbsnachteil von erneuerbaren Energien zukünftig verringern, weil Strom aus Kohle und Gas sich - u.a. durch den Emissionshandel - verteuern wird. Derzeit sind aber vor allem Solarenergie und (Onshore-)Wind noch nicht wettbewerbsfähig. Deponie-, Klär- und Grubengas sowie Biomasse werden bereits heute in wirtschaftlicher Weise zur Stromproduktion eingesetzt. Ihre Potenziale sind allerdings im Vergleich zur Stromerzeugung auf Basis konventioneller Energieträger sehr begrenzt. Das Gutachten konstatiert indes, dass "in den kommenden 15 bis 20 Jahren die Stromerzeugung aus Deponie-, Klär- und Grubengas sowie aus Biomasse und (Offshore-)Wind wirtschaftlich sein könnte".

Mehr Effizienz durch konventionelle Kraftwerke mit höherem Wirkungsgrad

Der Zubau von Windkraftanlagen wird in NRW voraussichtlich deutlich abnehmen, da sie bereits seit 2001 nicht mehr durch Landesmittel gefördert werden. Landesweite Förderprogramme unterstützen vor allem die Energieträger Biomasse und Solarenergie. Von zentraler Bedeutung für den Anteil regenerativer Energieträger in Nordrhein-Westfalen wird zunächst die Zufeuerung von Biomasse in Kohlekraftwerken sein. Trotz der begrenzten Nutzung regenerativer Energien lassen sich nach Aussage des Gutachtens aber erhebliche Treibhausgasminderungen erreichen, indem beispielsweise alte Steinkohle- durch neue Steinkohlekraftwerke oder durch Erdgas betriebene GuD-Anlagen mit deutlich höherem Wirkungsgrad ersetzt werden.

Ihre Ansprechpartner dazu:
Dr. Manuel Frondel, Tel.: (0201) 81 49-204
Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213

Sabine Weiler | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Linearpotentiometer LRW2/3 - Höchste Präzision bei vielen Messpunkten
17.05.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht Neues 100 kW-Wechselrichtermodul für B6-Standard halbiert Gewicht und Volumen
17.05.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie