Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EnBW-Brennstoffzellen-Programm mit ersten Ergebnissen

09.12.2003


Brennstoffzelle im Thermalbad Mingolsheim beendet planmäßig einjährigen Probebetrieb

Die erste Anlage des EnBW-Brennstoffzellen-Programms beendet planmäßig ihren Pilotbetrieb im Thermalbad in Mingolsheim bei Karlsruhe. Die 250-kW-Brennstoffzelle von Alstom Ballard hat in 13 Monaten knapp 1100 MWh Strom und über 900 MWh Wärme für die Versorgungseinrichtungen des Thermalbads erzeugt. Eingesetzt als Teil eines speziellen Energiemanagements wurde sie mit variabler Leistung betrieben und war im Durchschnitt zu 50 Prozent ausgelastet. Sie ist eine von fünf Anlagen, die der Hersteller Alstom Ballard zu einem Feldversuch nach Europa geliefert hat. "Die Ergebnisse, die wir mit der Anlage in Mingolsheim erzielt haben, sind herausragend", freut sich Prof. Thomas Hartkopf, Technikvorstand bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Auch Markus Hoppe, Geschäftsführer des Thermariums in Mingolsheim, zeigt sich zufrieden: "Der parallele Betrieb der Brennstoffzellenanlage mit zwei konventionellen Blockheizkraftwerken und einem Spitzenlastkessel verlief erfolgreich und ohne nennenswerte Probleme." Mit dem Brennstoffzellen-Programm will die EnBW ihren Kunden neue umweltschonende Energietechnologie zur Verfügung stellen und Schrittmacherdienste für innovative Zukunftstechnologien leisten.

"Brennstoffzellen sind heute ausnahmslos Vorserienprodukte", so Dr. Wolfram Münch, Leiter des Unternehmensbereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration der EnBW. Die Mingolsheimer Zelle wandelte die Energie des Erdgases zu 34 Prozent in Strom. Die Nutzung der Abwärme eingeschlossen, erreichte sie eine Effizienz von 75 Prozent. Schwächen im Betrieb traten überraschenderweise nicht bei der Brennstoffzelle auf, sondern in der Anlagenperipherie, hauptsächlich in der Gasaufbereitung, die aus Erdgas und Wasserdampf Wasserstoff für die Brennstoffzelle erzeugt. "Unser Feldtest mit verschiedenen Brennstoffzellenanlagen bei Kunden zeigt jedoch auch, dass das Herz der Brennstoffzelle, die Membran-Elektroden-Einheit, noch billiger und haltbarer werden muss", so Münch weiter. Die Betriebserfahrungen, die die EnBW nicht zuletzt durch die Wartung der Anlage mit eigenen Mitarbeitern während des Probebetriebs sammeln konnte, sind laut Münch positiv: "Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Brennstofftechnologie ein und von der technologischen Kompetenz der EnBW können unsere Kunden profitieren." Die Anlage soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Mingolsheimer Brennstoffzellenanlage ist Teil eines größeren, vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsvorhabens EDISon (Intelligente Energieverteilungsnetze mit dezentralen innovativen Energiewandler-, Speicher- und Kommunikationssystemen). Dieses hat zum Ziel, gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Forschung innovative Konzepte für den Betrieb von Verteilungsnetzen mit dezentralen Erzeugungseinheiten und Energiespeichern zu finden. In Mingolsheim wurde ein dezentrales Energiemanagementsystem aufgebaut, das die elektrische Erzeugung im Ortsnetz dem Verbrauch angleichen soll, um dieses Netz unabhängig von äußerer Energiezufuhr zu halten. Hierzu wurden die Brennstoffzelle wie auch die bestehenden Blockheizkraftwerke des Thermalbades genutzt.

Weitere Brennstoffzellenanlagen mittlerer sowie kleiner Leistung betreibt die EnBW mit Partnern im Michelin-Reifenwerk Karlsruhe sowie an mehreren Orten in Baden-Württemberg als Heizgeräte für Gebäude. Bei Michelin unterstützt eine 250-kW-Schmelzkarbonat- Brennstoffzelle von MTU die Herstellung von LKW-Reifen mit Prozessdampf und Strom. 11 Brennstoffzellenheizgeräte des Schweizer Herstellers Sulzer Hexis hat die EnBW bei ausgewählten Partnern installiert, davon 4 bei Privatkunden. Bis Ende des Jahres 2006 plant die EnBW insgesamt rund 55 dieser dezentralen Brennstoffzellenheizgeräte an ausgewählten Standorten zu installieren und im Echtbetrieb zu testen. Da diese Brennstoffzellenheizgeräte derzeit noch nicht verkäuflich sind, installiert und betreibt die EnBW diese Anlagen im Rahmen ihres Wärmelieferungspakets EnBW Cell Plus.

Die Brennstoffzelle erzeugt elektrischen Strom direkt aus der chemischen Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Die Zelle besteht aus zwei Elektroden, die durch eine Membran getrennt sind. Der einen Elektrode wird Wasserstoff zugeführt, der anderen Sauerstoff. Die Membran trennt die Gase und lässt nur geladene Wasserstoff-Ionen passieren, was die sonst explosionsartige Knallgasreaktion verhindert. Alstom Ballard verwendet Brennstoffzellen dieses Typs. Sie heißen PEM-Brennstoffzellen (PEM = Proton Exchange Membrane).

| ots
Weitere Informationen:
http://www.innovations-report.de/html/profile/profil-1025.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Hochdrucksensoren für Extremtemperaturen
28.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

nachricht Mit unkonfektionierten Kabeln durch die Schaltschrankwand
26.06.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive