Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit einer Tankfüllung durch halb Europa - Rekordfahrt eines Einmannmobils

28.11.2003


Nur 120 Kilogramm leicht und bis zum 100 Kilometer pro Stunde schnell: Der futuristische Kabinenroller Hysun 3000 ist einer der sparsamsten Fahrzeuge der Welt. Grafik: Hysun


Mit einer Tankfüllung durch halb Europa: Rekordfahrt eines Einmannmobils soll für Brennstoffzellentechnologie werben


3.000 Kilometer mit nur einer Tankfüllung: Diesen Rekord will ein Entwicklerteam aus dem schwäbischen Kirchheim im Sommer 2004 mit einem brennstoffzellengetriebenen Einmannfahrzeug aufstellen. Das dreirädrige Konzeptfahrzeug "Hysun 3000" soll mit nur zwei Kilogramm Wasserstoff im Tank vom spanischen Valencia über Barcelona, Köln und Amsterdam bis nach Berlin fahren. Das entspricht etwa einem Benzinverbrauch von rund 0,25 Litern Benzin pro hundert Kilometer. Mit der Rekordfahrt wollen die Entwickler für die Brennstoffzellentechnologie werben.

Hinter dem Projekt Hysun 3000 steht eine Gruppe junger Ingenieure der Firma Ballard Power Systems in Nabern bei Kirchheim, einem der führenden Entwickler von Brennstoffzellensystemen. Die technologiebegeisterten Entwickler, denen sich auch Designer und ein Journalist für die Öffentlichkeitsarbeit angeschlossen haben, arbeiten in ihrer Freizeit an dem Projekt. Mehrere Sponsoren unterstützen den Bau des Fahrzeugs und die Rekordfahrt mit Geld und technischer Ausstattung.


Basis des Hysun ist ein dreirädriges, voll verkleidetes Velomobil ohne Tretantrieb, dessen Aerodynamik die Entwickler im Windkanal zusätzlich optimiert haben. So konnte ein Cw-Wert von 0,15 erreicht werden, was in Kombination mit der relativ kleinen Querschnittsfläche von 0,6 Quadratmetern zu einem extrem geringen Luftwiderstand führt.

Angetrieben wird der Hysun von einem 3-Kilowatt-Elektromotor, der von einer Ballard-Brennstoffzelle mit Strom versorgt wird. Die PEM vom bereits als Serienprodukt vertriebenen Typ Nexa leistet 1,2 Kilowatt. Für das Beschleunigen oder für starke Steigungen kann der Motor zusätzlich auf einen Lithium-Ionen-Akku zurückgreifen, der 574 Wattstunden Energie speichern kann. Die beiden 39-Liter-Tanks fassen insgesamt zwei Kilogramm auf 350 bar komprimierten gasförmigen Wasserstoff.

Die Rekordfahrt soll im Sommer 2004 starten und von Valencia aus zunächst entlang der Mittelmeerküste bis nach Barcelona führen. Weitere Stationen sind Lyon, Karlsruhe, Köln, Amsterdam, Hannover und schließlich als Ziel Berlin. Insgesamt 14 Tage soll die Rekordfahrt dauern, wobei die Organisatoren mit etwa neun Reisetagen rechnen. Die Reisegeschwindigkeit soll durchschnittlich 40 Kilometer pro Stunde betragen – trotz der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs von 100 Kilometern pro Stunde. Derzeit werben die Entwickler und Organisatoren noch um Sponsoren für die Rekordfahrt, die als sparsamste Langstreckenfahrt ins Guinessbuch der Rekorde eingehen soll.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.initiative-brennstoffzelle.de

Weitere Berichte zu: Einmannmobil Rekordfahrt Tankfüllung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise