Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thematisches Netzwerk der EU zielt auf große Veränderung in der Energieproduktion ab

17.11.2003


Das thematische Netzwerk WaveNet, das von der Kommission eingerichtet wurde, um einen Austausch der Kenntnisse in Europa über die Entwicklung von Meeresenergiesystemen zu erzielen, hat einen umfassenden Bericht über den Stand der Wellenenergietechnologien und die Herausforderungen für die Branche veröffentlicht.



Das erste Patent für ein mit Wellenenergie betriebenes Gerät wurde im Jahr 1799 in Frankreich erteilt, aber ernsthafte Versuche zur Nutzung der Meeresenergie begannen erst in den 1970er Jahren. Ein Großteil der Arbeiten, die in den letzten drei Jahrzehnten durchgeführt wurden, war jedoch auf nationale Programme beschränkt und eine europäische Reaktion war notwendig, um diesen Mangel an Zusammenarbeit zu überwinden.



WaveNet wurde im April 2000 ins Leben gerufen und erhielt unter dem Teilprogramm "Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung" des Fünften Rahmenprogramms über einen Zeitraum von drei Jahren Finanzierungsmittel in Höhe von fast 600.000 Euro. An dem Netzwerk waren 14 Hochschul-, Industrie- und Forschungspartner aus folgenden neun EU-Ländern beteiligt: Schweden, Griechenland, Frankreich, VK, Dänemark, Irland, Niederlande, Portugal und Italien.

Die Aktivitäten des Netzwerks haben zu einer Reihe von Ergebnissen geführt, einschließlich einer Website, die umfangreiche Informationen über verschiedene Wellenenergiethemen liefert, sowie zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren in Europa. Die wichtigste Errungenschaft von WaveNet ist jedoch die Veröffentlichung eines weit reichenden Berichts über den derzeitigen Stand und die zukünftigen Aussichten der Wellenenergietechnologie, der gemeinsam von den Mitgliedern des Konsortiums erstellt wurde.

Der 478 Seiten lange Abschlussbericht behandelt fünf Bereiche, die von zentraler Bedeutung für die Entwicklung einer Wellenenergieindustrie sind: Sozialplanung und Umweltauswirkungen, Finanzierung und wirtschaftliche Grundlagen, generische Technologien, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Zusammenarbeit mit der Strombranche. Darüber hinaus liefert er einen Überblick über frühere EU-Initiativen im Zusammenhang mit Wellenenergie, einschließlich Demonstrationsprojekten und Pilotinitiativen.

In dem Abschnitt "Sozialplanung und Umweltauswirkungen" des Berichts wird das Thema der öffentlichen Akzeptanz der Wellenenergie untersucht. Da die Anzahl der eingesetzten Meeresenergiegeräte noch immer sehr gering ist, beziehen sich jedoch viele der Schlussfolgerungen auf die Erfahrungen mit anderen erneuerbaren Technologien, in erster Linie Windenergie.

In den Schlussfolgerungen des Berichts heißt es wie folgt: "Ein öffentlicher Dialog vom Beginn einer Planungsphase an ist wichtig für das Erreichen sozialer Akzeptanz." Doch die genaue Form solcher Dialoge kann je nach Land und Region unterschiedlich sein. In dem Bericht wird darauf aufmerksam gemacht, dass es sich als sehr schwierig erweisen könne, die Akzeptanz des Großteils der Bevölkerung zu erhalten, falls Fehler in einer frühen Phase des Einsatzes gemacht würden.

Das bei weitem größte Hindernis für die öffentliche Akzeptanz der Wellenenergie ist jedoch die geringe öffentliche Behandlung dieses Themas in den meisten EU-Ländern. "Bevor es relevant wird, [...] Strategien für eine umfassendere öffentliche Beteiligung zu diskutieren, ist es notwendig, dass der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, dass es sich hierbei um eine riesige, bedeutende und zuverlässige Energiequelle handelt."

Die allgemeinen Umweltauswirkungen der Wellenenergietechnologien werden als gering eingestuft, insbesondere im Vergleich zu Methoden auf der Grundlage fossiler Brennstoffe. Der Bericht identifiziert jedoch potenziell negative Auswirkungen wie Lärm, das Risiko einer Kollision mit Schiffen, visuelle Auswirkungen und Veränderungen in der Unterwasser-Sedimentstruktur, die vor dem umfassenden Einsatz von Wellenenergietechnologien weitere Forschungsmaßnahmen erfordern.

Aufgrund der frühen Entwicklungsphase der meisten Meeresenergietechnologien werden Forschungsprioritäten in fast allen Bereichen im Zusammenhang mit der Branche identifiziert. Weitere Untersuchungen zu den Komponenten, die die Meeresbewegung in Energie umwandeln, stehen oben auf der Liste der Prioritäten, aber noch grundlegender ist, dass die Wissenschaftler mehr darüber herausfinden müssen, wie sich die Wellen tatsächlich verhalten und wie eine Zuverlässigkeit der Komponenten und ein Überleben unter Sturmbedingungen erreicht werden können.

Es ist zwar klar, dass noch große Anstrengungen erforderlich sind, um den Traum von sauberer und billiger Energie aus dem Meer Realität werden zu lassen, Initiativen wie WaveNet können ihre Erfolgchancen jedoch nur erhöhen. Durch die Konzentration des gesamten verfügbaren Wissens über Wellenenergie, das Ziehen von Lehren aus anderen Technologien für erneuerbare Energien und die Verstärkung der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich hofft WaveNet, die Grundlagen für eine Energieindustrie für das neue Jahrtausend zu legen.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.wave-energy.net
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:21193&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Umweltauswirkung Wellenenergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie