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MTU Friedrichshafen rüstet Yacht mit Brennstoffzellenantrieb aus

04.11.2003


Der Motorenbauer MTU Friedrichshafen hat auf dem Bodensee eine Segelyacht mit Brennstoffzellenantrieb in Betrieb genommen. In dem "No. 1" genannten Schiff liefern Brennstoffzellen von Ballard die Energie für den Antrieb des Schiffes und zum Laden der Batterien für das Bordnetz. Bislang werden auf Yachten dazu vor allem Dieselmotoren eingesetzt.


Leise Brennstoffzellen statt lärmende Dieselmotoren: MTU Friedrichsshafen rechnet mit einem wachsenden Markt von Wasserstoffantrieben für Segelyachten. Grafik: MTU Friedrichshafen



Für die Ausrüstung des Schiffes hat MTU vier 4,8-Kilowatt-Brennstoffzellenstacks mit neun Blei-Gel-Akkus zusammengeschaltet und mit einer eigens entwickelten Steuerung versehen. Das System kann so eine Spitzenleistung von 20 Kilowatt liefern. Die maximale Dauerleistung liegt bei 15 Kilowatt, im Normalbetrieb liefert die Anlage rund 4 Kilowatt.



Betankt wird das Schiff mit gasförmigem Wasserstoff, der bei 300 bar in drei Drucktanks gelagert wird. Mit einer Tankfüllung von sechs Kilogramm Wasserstoff kommt die 12-Meter-Yacht bei einer Reisegeschwindigkeit von 6 Kilometern pro Stunde 225 Kilometer weit – genug für eine Rundfahrt auf dem Bodensee. Bei der Höchstgeschwindigkeit von 12 Kilometern pro Stunde beträgt die Reichweite noch 25 Kilometer. MTU hat im Hafen von Kressbronn eigens für das Schiff eine mobile Wasserstofftankstelle eingerichtet.

Die DaimlerChrysler-Tochter MTU Friedrichshafen gehört zu den führenden Herstellern von Dieselmotoren für Schiffe. Für das Unternehmen sei damit der Schritt zum Brennstoffzellensystem in einer Yacht "fast schon logisch gewesen", erläutert Firmensprecher Daniel Reinhardt. Zwar werde es noch lange dieselbetriebene Schiffsmotoren geben, doch die Brennstoffzelle werde ihren Platz am Markt erobern – gerade bei Segelyachten, wo eine leise und saubere Energiequelle besonders gefragt ist.

Brennstoffzellen sind für die MTU nichts Neues: Seit über zehn Jahren arbeitet das Unternehmen an Schmelzkarbonat-Brennstoffzellen (MCFC) für den stationären Betrieb. Kurz vor der Serienreife steht das HotModule-System mit einer elektrischen Leistung von 250 Kilowatt. Mit ihrer Arbeitstemperatur von rund 650 Grad sind MCFCs jedoch für mobile Anwendungen kaum geeignet. Deshalb greift MTU bei der Yacht auf die Polymermembran-Brennstoffzellen (PEM) von Ballard zurück. Das Know-How bleibt damit im Konzern, denn Ballard gehört zu 25 Prozent DaimlerChrysler.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle

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