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Strom aus Erdwärme wird Wirklichkeit

18.07.2003


Hot-Dry-Rock-Verfahren schafft internationale Aufmerksamkeit


Wirkungsweise des geothermischen Hot-Dry-Rock-Kraftwerksprojekts Bad Urach



Die Erzeugung von Strom aus Erdwärme soll bald Realität werden. Ein Pilotprojekt in Bad Urach und ein Projekt in der australischen Wüste liefern sich ein Kopf-an-Kopf Rennen. Derzeit ist das deutsche Hot-Dry-Rock-Kraftwerksprojekt (HDR) eine Nasenlänge den Australiern voraus, berichtet die Geothermie-Vereinigung. Das deutsche Projekt, das vom Bundesumweltministerium mit 6,5 Mio. Euro unterstützt wird, soll 2004 bereits Strom liefern.

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Nachdem in der vorangegangenen Forschungsphase der erste Teil des unterirdischen Wärmetauschers erfolgreich erstellt werden konnte, soll nun eine zweite Bohrung in rund 4.500 Metern Tiefe erfolgen. Über diese soll das Kluftnetz erweitert und Anschluss an das vorhandene System geschaffen werden. Damit kann dann Wasser durch eine Bohrung in den Untergrund gepresst werden, sich dort erhitzen und über die zweite wieder an die Oberfläche gelangen, um die Turbine zu anzutreiben.

Entscheidend wichtig für die wirtschaftliche Beurteilung eines HDR-Systems ist die genaue Kenntnis über die Möglichkeiten des Wärmeentzugs aus dem im Untergrund geschaffenen Wärmetauscher. "Dort beeinflussen komplexe Abläufe und Zusammenhänge zwischen thermischen, hydraulischen und geomechanischen Prozessen die tatsächlich nutzbaren Energieausbeute", so Projektleiter Helmut Tenzer. Gemeinsam mit dem Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen wird die Uracher Projektgruppe ein 3D-Wärmeextrakionsmodell entwickeln, das eine präzise Berechnung dieser Vorgänge an jedem Standort ermöglicht. "Die Wissenschaftler um Olaf Kolditz bringen mit ihrem entwickelten Programm Rockflow/GeoSys eine wichtige Komponente ein", erklärt der Projektleiter. Dadurch soll ein auch für Folgeprojekte richtungsweisendes Instrumentarium zur Beurteilung der Verhältnisse in der Tiefe erstellt werden.

Im Vorfeld der Planungen hatten die deutschen Projektleiter damit gerechnet, dass sie hilfreiche Informationen aus Australien bekommen könnten. In der Wüste des Cooper Basins wird derzeit an einem ähnlichen Kraftwerk mit einer vorgesehenen installierten Leistung von 280 MW gebaut. Die Wissenschaftler sind sich einig darüber, dass HDR-Systeme zukünftig eine bedeutende Rolle bei einer von fossilen Rohstoffen unabhängigen Stromversorgung spielen werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.geothermie.de
http://www.geodynamics.com.au

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