Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

China mischt kräftig in der Brennstoffzellenentwicklung mit

16.04.2003


Kanada, Deutschland, Japan und die USA: Die Brennstoffzellenforschung und –entwicklung scheint sich fast ausschließlich in diesen Ländern abzuspielen. Doch wenig beachtet vom Forschungsbetrieb gerade in den westlichen Industrieländern arbeiten auch in China Entwickler an Brennstoffzellensystemen.


Von einer 200-Watt-Brennstoffzelle angetrieben wird das Brennstoffzellenfahrrad, das ein Jointventure chinesischer Entwickler bereits vor zwei Jahren vorstellten. Fahrräder könnten die ersten Produkte am Brennstoffzellenmarkt sein.



Die Palette reicht von Direktmethanolbrennstoffzellen (DMFC) für Mikrosysteme bis hin zu Großanlagen. Prototypen vom Brennstoffzellenfahrrad bis zum brennstoffzellengetriebenen Bus gibt es bereits.



Brennstoffzellentechnik hat in China eine ähnlich lange Tradition wie im Westen: Vor rund vierzig Jahren wurde am Dalian Institute of Chemical Physics (DICP) mit der Entwicklung der ersten AFC-Brennstoffzellen begonnen – der Brennstoffzellentyp, der auch in den ehrgeizigen Apollo-Raumfahrtprogrammen der Amerikaner eingesetzt wurde. Die Zeiten dieser Brennstoffzellentechnik sind längst vorbei: Seit den 1990er Jahren werden in dem Institut auch PEM-Brennstoffzellen, MCFCs und SOFCs entwickelt, erläuterte Projektleiter Huanmin Zhang nun auf der Tagung "Zukunftsenergien für den Süden" im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Mehr als fünfzig Mitarbeiter beschäftigen sich heute am DICP mit Brennstoffzellenprojekten, die von der chinesischen Regierung mit einem Millionen-Dollar-Programm gefördert werden.

Was den Stand der Entwicklung angeht, können sich die chinesischen Prototypen mit westlicher Technik messen, machte Huanmin Zhang auf der Tagung deutlich. Zu den wichtigsten Projekten gehören brennstoffzellengetriebene Busse, die bereits im Stadtverkehr von Peking und Shanghai erprobt werden. Langfristiges Ziel ist, möglichst viele Busse der Stadt mit Brennstoffzellen auszustatten – gerade im Hinblick auf die Olympiade 2008 in Peking. Neben einem brennstoffzellengetriebenen Fahrrad sind auch Systeme für die Notversorgung von Haushalten im Forschungsprogramm.

Einer breiten Markteinführung sind die chinesischen Entwickler allerdings nicht näher als westliche Unternehmen. Größtes Hindernis sind hier wie da immer noch die hohen Produktionskosten für die Brennstoffzellenstacks und die erforderliche Peripherie. Kostenreduzierung sei daher in den kommenden Jahren das Hauptziel, erläuterte Huanmin Zhang. Das erste Produkt am Markt könnte ein Brennstoffzellenfahrrad sein, schätzt der Leiter der chinesischen Wissenschaftler. Interessant sei es vor allem für den chinesischen Markt, wo bereits heute jedes Jahr rund 250.000 Fahrräder mit Elektroantrieb verkauft werden. Für in China entwickelte und gebaute Notstromsysteme für Privathaushalte könnte sich Huamin Zhang jedoch auch einen Absatzmarkt in Japan vorstellen.

Ulrich Dewald | Initiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.dicp.ac.cn/englishvers

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften

'Fix Me Another Marguerite!'

23.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Der Form eine Funktion verleihen

23.06.2017 | Informationstechnologie