Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GM will Brennstoffzellenautos als Stromquelle fürs Haus einsetzen

12.12.2002


Das superflache "Skateboard" enthält die gesamte Antriebstechnik – einschließlich Brennstoffzelle – und kann mit verschiedenen Karosserien bestückt werden. Grafik: GM


Brennstoffzellenautos könnten in Zukunft nicht nur als Transportmittel dienen, sondern auch als Stromquelle Häuser mit Energie versorgen. Dieses Ziel verfolgt der Autokonzern General Motors (GM) mit seinem Projekt "Hydrogen Economy" (Hydronomy). Rund 600 Ingenieure und Techniker sollen bis zum Jahr 2010 ein Brennstoffzellenauto entwickeln, das während seiner Standzeiten elektrische Energie ins Stromnetz einspeisen kann.


Die meisten Autos stehen 90 Prozent der Zeit ungenutzt in Garagen und auf Parkplätzen – verschenkte Kapazitäten, die GM in künftigen Brennstoffzellenfahrzeugen nun nutzen will. Mit dem Prototypen Hy-Wire hat der Konzern bereits gezeigt, wohin die Fahrzeugentwicklung in den kommenden Jahren gehen wird.

Kernstück des futuristischen Autos ist eine flache, nur rund dreißig Zentimeter hohe Plattform. Sie enthält die komplette Antriebseinheit und ist mit dem Fahrwerk verbunden. Auf dieses "Skateboard" wird der Karosserieaufbau aufgesetzt.


Die Autofahrer der Zukunft müssten sich anstelle eines komplett neuen Autos nur noch einen neuen Aufbau zulegen, erklärt Chefentwickler Chris Borroni-Bird in einem Interview mit der Fachzeitschrift "Technology Review". Das Skateboard selbst könne zwanzig bis dreißig Jahre halten, was das Brennstoffzellenauto langfristig billiger machen würde.

Zu den Zukunftsvisionen des Autokonzerns gehört auch der Einstieg in die Stromproduktion. Den Anfang will GM im Jahr 2005 mit dem Verkauf stationärer Brennstoffzellen für die Hausversorgung machen. Fernziel ist jedoch, dafür die Brennstoffzellensysteme der Fahrzeuge zu nutzen. Die dazu nötige Elektronik gibt es für stationäre Anlagen bereits. Eine eigens gegründete Arbeitsgruppe im kalifornischen Torrance soll diese nun an die besonderen Anforderungen im Auto anpassen.

Mit der Kombination von Auto und Stromquelle, in die GM nach eigenen Angaben mehrere hundert Millionen Dollar investieren will, begibt sich der Konzern auf ein Feld mit hohem wirtschaftlichem Potenzial: Nach einem Gutachten von Energieexperten um Daniel M. Kammen von der Universität in Berkeley (USA) erreichen alle Automotoren der USA zusammengenommen die 14fache Leistung aller Kraftwerke zur Stromerzeugung. Bereits ein geringer Prozentsatz aller Fahrzeuge könnte also bereits den gesamten Strombedarf des Landes decken.

Die Wissenschaftler kommen in ihrer Studie jedoch auch zu dem Schluss, dass für die wirtschaftliche Nutzung solcher Technologien eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllt sein muss. Eine wesentliche Rolle spielen etwa die Preise für Strom und der Energieträger der Brennstoffzellentechnik wie Erdgas und Wasserstoff. Auch auf die technischen Schwierigkeiten verweisen die Forscher in ihrer Studie. Die gängigen Autoantriebe mit Leistungen von 60 bis über 90 Kilowatt sind beispielsweise bei der Versorgung eines einzelnen Wohnhauses nicht genügend ausgelastet, um wirklich effektiv zu arbeiten. Umgangen werden könnte dieses Problem, indem überschüssiger Strom ins Netz eingespeist wird. Interessant für die Energieversorger könnte der Strom aus der Garage besonders zu Spitzenlastzeiten sein

Ulrich Dewald | IBZ

Weitere Berichte zu: Brennstoffzellenauto Stromquelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften