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Mit HDR-Kraftwerken in die Zukunft der Energieversorgung

19.11.2002


In den heißen Gesteinen des tiefen Untergrunds steckt ein unerschöpflicher Energievorrat. Seit Ende der 80er Jahre arbeitet im elsässischen Soultz-sous-Forêts, auf der französischen Seite des Oberrheingrabens, ein internationales Forschungsteam mit großem Erfolg an einer Technologie, dieses Reservoir für die menschliche Nutzung zu erschließen.



Hot-Dry-Rock (HDR) heißt das Schlagwort für diese neue klimaschonende und umweltfreundliche Kraftwerksgeneration. Die Aktivitäten werden u. a . durch die Europäische Union, Frankreich und Deutschland finanziert.



Über Bohrungen wird der Untergrund erschlossen, zwischen den Bohrungen liegende Klüfte und Risse werden kontrolliert zu einem System von Fließwegen aufgeweitet. Hindurchgepresstes Wasser erhitzt sich im Gestein dieses unterirdischen Wärmetauschers und treibt an der Oberfläche eine Turbine an. Dabei kühlt es aus und wird in die Tiefe zurückgeschickt, um erneut Wärmeenergie aufzunehmen. So einfach das Prinzip klingt, so schwierig war es, die geologischen und technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Dass ein solches HDR-System funktioniert, hat das Team in Soultz längst bewiesen.

Ziel der Arbeiten der letzten beiden Jahre war es daher, erfolgreich in Tiefen vorzudringen, die sich besonders gut für einen wirtschaftlichen Kraftwerksbetrieb eignen. In Mitteleuropa geht es dabei um Bereiche von rund 5000 Metern , in denen Temperaturen von ca. 200 °C angetroffen werden.

Bereits im Jahr 2000 war eine erste Bohrung vorangetrieben, und danach der erste Teil des Wärmetauschers geschaffen worden. Das nun fertiggestellte zweite, ebenfalls 5000 Meter tiefe Loch hat erfolgreich Anschluss an das unterirdische Kluftnetzsystem gefunden und damit das weltweit tiefste künstliche Zirkulationssystem geschaffen.

Diese Arbeiten wurden von der Europäischen Wirtschaftlichen Interessenvereinigung "Wärmebergbau" (EWIV Wärmebergbau) durchgeführt, zu der sich eine Reihe interessierter Industrieunternehmen zusammengeschlossen haben. Zu ihr gehören die EdF & Electricité de Strasbourg S. A. (Frankreich), die Pfalzwerke AG (Deutschland), ENEL Green Power S. p. A. (Italien). Shell Exploration & Production B. V. (Niederlande) sowie der deutsche Geothermie-Spezialist BESTEC GmbH, der die Geschäftsführung des Konsortiums ausübt.

Im kommenden Jahr wird das System durch eine dritte Tiefbohrung komplettiert. Anschließend kann es an den Bau des 6-MW-Pilotkraftwerkes gehen.

Werner Bussmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.geothermie.de

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