Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sun-Tower: Erstes Großgebäude ohne Energiekosten

18.09.2002


Versorgung zu 100 Prozent durch Sonne



Im zehnten Wiener Gemeindebezirk, am Südbahnhof, soll das erst Großgebäude der Welt errichtet werden, das ausschließlich über Solarenergie betrieben wird. Die Pläne des Büroturms wurden heute, Mittwoch, von der Tiroler Sun-Systems GmbH im Rahmen des "Europäischen Symposiums und der Ausstellung für solare Architektur und solares Bauen" an der Wirtschaftsuniversität Wien vorgestellt. Schädliche Klimagase, die bis zu rund 29 Mio. Kubikmeter bei derartigen Gebäuden betragen, können zur Ganze eliminiert werden. Die Projektkosten des klimaschutzfreundlichen Büroturms sind mit 82,1 Mio. Euro um rund fünf Mio. Euro niedriger als bei konventionellen Bauten.



Mit Hilfe der Solarenergie können Heizung, Kühlung und Brauchwasserversorgung ohne Energiekosten gewährleistet werden. Eine computerunterstützte Feinabstimmung von Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpentechnologie schafft erstmals eine hundertprozentige Abdeckung des Energiebedarfs.

Am Dach des Sun-Towers wird das kurzwellige Sonnenlicht in langwellige Wärmeenergie umgewandelt und durch ein Trägermedium in das System eingespeist. Die Wärme wird entweder direkt verwertet oder im Erdreich unterhalb des Bürogebäudes gespeichert. Dieser Solespeicher dient als Energiedepot und kann im Winter dem Gebäude Energie wieder zuführen. Auch die Wärme der Außenwände wird im Sommer entzogen und in den Speicher geleitet. Selbst Kälte von bis zu Minus 20 Grad kommt in den Solespeicher und dient im Sommer als Klimaanlage.

Die Energieverteilung funktioniert laut Sun-Systems ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung. Allerdings werden auch die Seitenwände und Zwischendecken je nach Bedarf mit kalter oder warmer Flüssigkeit durchströmt. Das effiziente Energieversorgungssystem ist weltweit patentiert und kann auch nachträglich in bestehende Bauten integriert werden.

Der Wiener Architekt Claus Fialik übernahm die Planung des Solar-Towers. Das Gebäude bietet auf 60.000 Quadratmetern Nutzfläche Platz für Büros, Wohnungen und Geschäfte. In 134 Meter Höhe ist eine Besucherplattform geplant. Die schlanke Bauweise soll garantieren, dass der Tower kaum Schatten auf seine Umgebung wirft. Genehmigt die Stadt Wien den Bau demnächst, könnte der Sun-Tower 2005 bezugsfertig sein.

Ingrid Köchler | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.sun-systems.com/

Weitere Berichte zu: Energiekosten Großgebäude Solarenergie Sun-Tower

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie