Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Inbetriebnahme der 250-kW-Brennstoffzelle in Mingolsheim

17.09.2002


EnBW erprobt Brennstoffzellenanlagen bei Kunden



Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG erprobt Brennstoffzellenanlagen unterschiedlicher Technologie bei Kunden. Darauf verwies Pierre Lederer, Mitglied des Vorstands der EnBW, bei einem EnBW Informationstag zum Thema Stationäre Brennstoffzelle anlässlich der Inbetriebnahme einer 250-kW-Brennstoffzelle in Mingolsheim am Dienstag in Karlsruhe. Nach der Planungsphase über Einsatzmöglichkeiten von Brennstoffzellen (BZ) gehe es nun darum, die innovative Brennstoffzellentechnik bei Kunden vor Ort zu testen, um relevante und verlässliche Aussagen über die Marktreife von BZ zu gewinnen. Ziel der EnBW sei es, mit den BZ-Projekten technologische Kompetenz aufzubauen, um das hohe Kundeninteresse an dieser zukunftsweisenden Technologie zu befriedigen. Daher seien die BZ-Projekte der EnBW auf wichtige Kundengruppen zugeschnitten. Wir wollen unseren Kunden auch künftig zeitgemäße und umweltschonende Energiedienstleistungen bieten und damit unseren Anspruch als Motor für innovative Technologien unterstreichen, sagte Lederer.



Wie der Leiter des Bereichs Forschung, Entwicklung und Demonstration der EnBW, Dr. Wolfram Münch, mitteilte, seien die heute zur Verfügung stehenden Brennstoffzellenanlagen ausnahmslos noch Vorserienprodukte. Durch enge Kooperationen mit potentiellen Herstellern wolle die EnBW ihren Kunden dort, wo der Einsatz von BZ wirtschaftlich und technisch sinnvoll sei, attraktive Angebote für die Energiebereitstellung unterbreiten. Wir reden nicht nur über den wünschenswerten Einsatz von Brennstoffzellen, sondern wir betreiben auch solche Anlagen, um die BZ-Technologie weiter voranzubringen, erklärte Münch. Er erläuterte, dass für die unterschiedlichen Brennstoffzellen-Anwendungen unterschiedliche BZ-Technologien notwendig seien. Entscheidend für die Auswahl der EnBW Projekte seien zukunftsorientierte BZ-Technologien und erkennbare Marktreife. Derzeit sei noch nicht erkennbar, welche Brennstoffzellentechnik sich durchsetzen werde. Daher sei es wichtig, mehrere aussichtsreiche Techniken zu untersuchen und im Rahmen eigener Erprobungsanlagen Betriebserfahrungen zu sammeln. Nach Auswertung der Betriebsergebnisse werde die EnBW die Techniken mit dem größten wirtschaftlichen Potential und dem größten Kundennutzen unterstützen.

Laut Münch erprobt EnBW die Brennstoffzellentechnologie derzeit in den Marktsegmenten Dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung in größeren Gebäuden, kommunalen Einrichtungen und Produktionsanlagen sowie Hausenergieversorgung. Er verwies auf die Inbetriebnahme einer 250-kW-Brennstoffzellenanlage des Anlagenherstellers ALSTOM BALLARD GmbH in einem Schwimmbad in Mingolsheim (Kreis Karlsruhe), die für den Nachmittag vorgesehen sei. Die im Thermarium Mingolsheim zum Einsatz kommende BZ-Anlage eigne sich besonders für die Bereitstellung von Wärme und Strom in öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern und Krankenhäusern. Die 250 Kilowatt leistende PEM-Brennstoffzelle (PEM: Proton Exchange Membran) wird in die Versorgungseinrichtungen des Thermalbads eingebunden und dort gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Der Strom aus der Brennstoffzelle soll in das Stromnetz der EnBW eingespeist und die Wärme der Heizzentrale des Thermalbades zugeführt werden.

Die Mingolsheimer Brennstoffzellenanlage wird vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen des "Leitprojekts EDISon" (EDISon: Intelligente Energieverteilungsnetze mit dezentralen innovativen Energiewandler-, Speicher- und Kommunikations-Systemen) gefördert. Das Forschungsvorhaben verfolgt das Ziel, innovative Konzepte für den Betrieb von Verteilungsnetzen mit dezentralen Erzeugungseinheiten und Energiespeichern zu entwickeln und zu erproben. Die neuartigen Komponenten sollen durch ein intelligentes Steuer- und Regelsystem verknüpft werden, um einen optimierten Betrieb des Verteilnetzes zu ermöglichen. Die EnBW ist eines von neun Unternehmen weltweit, das sich durch die Installation und den Betrieb der 250-kW-PEM-Brennstoffzellenanlage bereits in einer frühen Erprobungsphase Know-how und Kenntnisse auf dem Gebiet mittelgroßer stationärer Brennstoffzellen aneignen kann. Kooperationspartner der EnBW beim EDISon-Projekt sind neben der ALSTOM BALLARD GmbH in Frankfurt die Siemens AG, die Stadtwerke Karlsruhe und die Gesellschaft für innovative Energieumwandlung und speicherung EUS in Dortmund.

Darüber hinaus plant die EnBW noch in diesem Herbst eine 250-kW-Schmelzkarbonat-Brennstoffzellenanlage des Herstellers MTU in einem Werk von Michelin in Karlsruhe in Betrieb zu nehmen. Die Anlage soll die Reifenherstellung mit Prozesswärme und Strom unterstützen.

Für Privatkunden steht seit der Installation eines Sulzer Hexis-Festoxid-Brennstoffzellenheizgeräts im Dezember 2001 ein weiteres innovatives Produktpaket für die Hausenergieversorgung zur Verfügung: Im Rahmen des EnBW Produkts Cell-Plus erhalten Privatkunden Wärme und Strom aus einer vor Ort installierten Brennstoffzelle des Schweizer Herstellers Sulzer Hexis. Bis Ende 2004 wird die EnBW mindestens 55 Brennstoffzellenanlagen dieses Typs bei ihren Kunden installieren und betreiben.

| Pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Brennstoffzellenanlage Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Kompakte Rangierfelder für RJ45-Module
25.09.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Sicherungsklemmen für unterschiedliche Einsatzgebiete
18.09.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops