Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"PEM-Oberhausen"-Brennstoffzellenanlage: Startklar für den Betrieb am Netz

27.08.2002


PEM-Oberhausen: Startklar für den Betrieb am Netz


Der symbolische Druck auf den roten Startknopf


Einen Vorgeschmack auf die Energieerzeugung von morgen bekommen am 27. August rund 200 geladene Gäste bei Fraunhofer UMSICHT. Wenn Ernst Schwanhold, der nordrhein-westfälische Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr, auf den roten Knopf drückt, setzt er mit der "PEM-Oberhausen" eine Brennstoffzellen-Anlage in Betrieb, die es in sich hat.


Das Herz des zukunftsträchtigen Energiekonzepts, eine Proton Exchange Membrane-Brennstoffzelle, noch vor ein paar Monaten auf großer Reise von Vancouver nach Oberhausen, ist mit 20 Tonnen und über 7 Metern Länge ein wahres Schwergewicht. Kombiniert mit einer Mikroturbine, einem Gasmotor und einer Kältemaschine, muss die Brennstoffzelle nach weniger als einem Jahr Bauzeit ihre Leistungsfähigkeit als dezentrales Energieversorgungssystem zur integrierten Strom-, Wärme-, und Kälteversorgung unter Beweis stellen.

Neben der ingenieurtechnischen Herausforderung, die apparativen Komponenten optimal miteinander zu verbinden, freut sich Dr. Ralf Hiller, Leiter Brennstoffzellensysteme von Fraunhofer UMSICHT, besonders auf den Versuchsbetrieb, der wichtige Erfahrungen bezüglich Betriebsverhalten, Zuverlässigkeit, Wirkungsgrad und Betriebskosten und somit Aussagen über die Alltagstauglichkeit der Anlage liefern wird. "Noch verwenden wir Erdgas, doch wenn wir gemeinsam mit unseren Partnern genügend Erfahrungen gesammelt haben, werden wir die Anlage mittelfristig auf Gruben-gas umstellen", so Hillers Zukunftsprognose.


Die "PEM-Oberhausen" erzeugt zu allererst natürlich Strom: 212 kW, das reicht, um einige Hundert Einfamilienhäuser mit Strom zu versorgen. Der nach der Versorgung des Instituts überschüssige Strom wird ins kommunale Netz eingespeist. Doch auch Prozesswärme fällt an, und das mit 240 Kilowatt Leistung nicht zu knapp. Sie wird dazu verwendet, das Institutsgebäude zu heizen, wird aber auch durch Kopplung mit einer thermischen Kältemaschine zur Kälteerzeugung genutzt. Damit nicht genug: Eine in das Energieversorgungssystem integrierte Mikroturbine erzeugt noch einmal halb so viel Strom und Wärme wie die Brennstoffzelle.


Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT ist zugleich Standort und Betreiber des "PEM-Oberhausen"-Energieversorgungssystems. Die Arbeitsschwerpunkte im Projekt umfassen die Integration der Anlagenkomponenten zu einem Gesamtsystem, Konzeptionierung, Planung, Installation und Betrieb des Energieversorgungssystems sowie die Untersuchung der Einsatzmöglichkeit von Grubengas.

"Das Demonstrationsprojekt PEM-Oberhausen steht als Sinnbild beispielhaft für die Arbeit und Denkweise der Fraunhofer-Gesellschaft und ihrer Geschäftspartner", so Prof. Dr. rer. nat. Rolf Kümmel, der sich als Institutsleiter von Fraunhofer UMSICHT besonders der angewandten Forschung verbunden fühlt. "Es bereitet der Brennstoffzellentechnologie den Weg in die Zukunft der dezentralen Energieversorgung."

Bilder der Veranstaltung können unter http://www.umsicht.fhg.de/presse/presse_02/020827_pem.html heruntergeladen werden.

Daten und Fakten rund um die PEM-Oberhausen

Das Projektlogbuch:

13.12.1999 Abgabe des Förderantrags beim Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand,
Energie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen

22.12.1999 Erteilung des Zuwendungsbescheids

04/2000 Bestellung der Brennstoffzelle bei Alstom

08/2001 Beginn der Grubengasbohrung

08/2001 Werksabnahme der Brennstoffzelle in Vancouver

16.10.2001 Offizieller Spatenstich des Projekts "PEM-Oberhausen"

9.4.2002 Lieferung der Brennstoffzelle nach Oberhausen

3.5.2002 Lieferung von BHKW, Mikroturbine und Gasaufbereitung

27.8.2002 Inbetriebnahme der PEM-Oberhausen


Die Brennstoffzelle:

Sie ist 7 Meter lang und wiegt 20 Tonnen.


Verbaut wurden im Rahmen des Projekts:
  • 75 Tonnen Beton für das Fundament der Brennstoffzelle
  • 4 km Kabel für Steuerungs- und Kommunikationsleitungen
  • 2,5 km Stromkabel
  • 1 km Rohrleitungen
  • 10 Schaltschränke

Dipl.-Chem. Iris Kumpmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fhg.de/presse/presse_02/020827_pem.html

Weitere Berichte zu: Brennstoffzelle Energieversorgungssystem Mikroturbine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht „BioFlexRobot“: Weiche Gelenke machen Roboter sicherer
29.05.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise