Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bunte Scheiben sammeln Licht für Solarzellen

28.07.2008
Forscher stellen Weltrekord bei Fluoreszenzkollektoren auf

Mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 6,7 Prozent haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) einen Weltrekord für die Solarenergiegewinnung mithilfe von Fluoreszenzkollektoren erzielt.

Diese Technologie setzt auf farbige Platten, um einen Teil des einfallenden Lichts auf Solarzellen an ihrem Rand zu leiten. Das System kann Fenster und Fassaden, die gleichzeitig der Stromproduktion dienen, Realität werden lassen. Der Rekord beim Wirkungsgrad ist ein Schritt auf dem Weg zu einer praktischen Verbreitung des seit über 30 Jahren bekannten technologischen Konzepts. Ermöglicht wurde der Erfolg durch effizientere Solarzellen und geringere Verluste im System.

Schon 1976 entstand die Idee des Fluoreszenzkollektors und in den 1980ern wurde unter anderem in Freiburg und an der amerikanischen Elite-Universität Harvard daran geforscht. Die farbigen Scheiben filtern Licht bestimmter Wellenlängen und senden es entlang der Platte wieder aus, um es zu den Solarzellen am Rand zu leiten. Das allerdings war bislang nicht effizient möglich. "Über 25 Prozent des vom Farbstoff ausgesandten Lichts ging durch die Oberflächen der Platten verloren", erklärt Jan Christoph Goldschmidt, Projektleiter am Fraunhofer ISE, gegenüber pressetext.

Diesem Problem konnte sein Team nun beikommen. Auch ein weiteres Hindernis wurde gegenüber den 1980ern überwunden. "Erst jetzt gibt es die Solarzellen, die man für hohe Wirkungsgrade braucht", meint Goldschmidt. Bei einem Test mit einer roten und einer gelben Platte konnten die Forscher dank der technologischen Fortschritte den Rekord-Wirkungsgrad von 6,7 Prozent erzielen.

Damit Fluoreszenzkollektoren wirtschaftlich attraktiv werden, müssen sie den ISE-Forschern zufolge mit ausreichender Größe verwirklich werden. Daran wird ebenso gearbeitet wie an besseren Filterschichten und der Kombination mehrerer Platten, um effizientere Systeme zu ermöglichen. Als mögliches Einsatzgebiet werden insbesondere Fenster und Fassaden genannt.

Sie könnten mittels der Technologie Strom produzieren, wobei es durch das Filtern eines Teils des einfallenden Lichts auch zu weniger Hitzeentwicklung in den Räumlichkeiten käme. "Die Reduzierung der Aufheizung wäre ein sehr positiver Nebeneffekt", meint Goldschmidt. Daher werde auch an der Entwicklung von Systemen gearbeitet, die Wärmestrahlung statt sichtbarem Licht filtern und in Strom umwandeln. Das verspricht noch einen weiteren Vorteil für den Einsatz beispielsweise in Bürogebäuden. "Im Winter würde es mit solchen Kollektoren auch nicht zu dunkel", meint der Forscher.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat vor rund zwei Wochen ebenfalls ein System vorgestellt, das Licht zur Solarstromgewinnung über die Fläche einer Scheibe sammelt (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080711020). Der eigene Ansatz sei ähnlich, doch sei man dem MIT etwas voraus, so Goldschmidt. "Bei uns werden wirklich effiziente Systeme schon realisiert und nicht nur berechnet", meint der Forscher. Bis die Systeme ausgereift genug für den Einsatz in großem Stil sind, werde es allerdings noch etwas dauern. Mindestens drei, doch eher fünf Jahre seien eine realistische Einschätzung, so Goldschmidt.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ise.fhg.de

Weitere Berichte zu: Fluoreszenzkollektor Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie