Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solar-Konzentrator - Solartechnologie verwandelt Fenster in Kraftwerke

11.07.2008
Konzentrator-Technik steigert Ausbeute von Solarzellen

Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine Technologie entwickelt, mit der Fenster der Gewinnung von Solarstrom dienen könnten.

Möglich macht das ein neuartiger Solar-Konzentrator. "Licht wird über eine große Fläche aufgefangen und an deren Rändern gesammelt oder konzentriert", erklärt Teamleiter Marc A. Baldo, Elektrotechniker und Computerwissenschaftler am MIT. Solarzellen kommen statt in großflächigen Panelen nur an den Rändern der Sammelfläche zum Einsatz und können dort das gesammelte Licht zur Stromgewinnung nutzen. Die Wissenschaftler sehen eine Chance, mit ihrem System die Kosten von Solarstrom deutlich zu reduzieren.

Auf das Glas von Sonnenlicht-Sammelflächen werden beim MIT-System zwei Dünnfilm-Schichten aufgebracht. Sie bestehen aus organischen Farbstoffen und absorbieren Sonnenlicht eines bestimmten Wellenlängen-Bereichs. Das Licht wird in einer anderen Wellenlänge wieder abgegeben und entlang der Fläche zu ihren Rändern transportiert, wo es auf die dort befindlichen Solarzellen trifft. Diese liefern durch das gebündelte Licht deutlich mehr Strom, als sie es bei direkter Einstrahlung tun würden - laut Baldo um einen Faktor über 40. Damit kann das System auch ohne Solarzellen-Panel über die gesamte Fläche große Mengen Strom gewinnen. Theoretisch wäre beispielsweise denkbar, Fenster zu beschichten und damit für die Stromgewinnung zu nutzen.

Sonnenlicht zu bündeln, um die Stromausbeute von Solarzellen zu steigern, ist eine verbreitete Idee - allerdings mit anderen Konzentrator-Ansätzen. Linsensysteme sind eine gängige Lösung, auf die beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) http://www.ise.fhg.de oder das US-Startup Sunrgi (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080508001) setzen. Ebenfalls verbreitet ist die Verwendung von Spiegeln, beispielsweise bei der Stuttgarter ARCHIMES Solar http://www.archimedes-solar.de . Einen wesentlichen Vorteil ihres Ansatzes gegenüber Konkurrenten sehen die MIT-Forscher darin, dass für eine hohe Ausbeute kein Nachverfolgen der Sonnenbewegung notwendig ist. Auch gibt es keinen Bedarf für eine Kühlung der Solarzellen, wie sie aufgrund der extrem starken Bündelung und damit verbundenen hohen Temperatur bei Linsen- oder Spiegelsystemen oft nötig ist.

Das neuartige Konzentrator-System sei einfach herzustellen und könne innerhalb von drei Jahren praxistauglich umgesetzt werden, meint das MIT-Team. Mithilfe der Technologie sei auch eine Steigerung der Effizienz existierender Solar-Panelen um 50 Prozent möglich, zu minimalen Kosten. Das stelle eine substanzielle Reduktion der Kosten von Solarstrom in Aussicht. Mitarbeiter des MIT-Teams haben mit Covalent Solar bereits ein Unternehmen zur kommerziellen Vermarktung der Technologie gegründet, während in der heutigen Ausgabe des Journals Science ein wissenschaftlicher Beitrag zur Arbeit der Forscher erschienen ist.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mit.edu

Weitere Berichte zu: Solar-Konzentrator Solarstrom Solarzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Energieproduzierende Fenster stehen kurz bevor
23.02.2017 | University of Minnesota / Università degli Studi di Milano-Bicocca

nachricht Hauchdünn wie ein Atom: Ein revolutionärer Halbleiter für die Elektronik
23.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie