Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft stellen selbst konstruiertes Elektro-Kart vor

30.06.2008
Immer beliebter werden sogenannte Karts oder Quads, die sich quasi als vierrädrige Motorräder beschreiben lassen und in der Regel über einen Benzinmotor verfügen.

Um ein solches Fahrzeug umweltfreundlicher und von den Verbrauchswerten her sparsamer zu gestalten, haben fünf Studierende der Fahrzeugtechnologie der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft in ihrer Studienarbeit ein Elektro-Kart selbst konstruiert, das sie am heutigen Freitag, 27. Juni 2008, öffentlich vorstellten.

Die Aufgabe bestand also für Christian Dittmann, Florian Haug, Benjamin Käuper, Marcus Maurer und Benjamin Valley darin, ein benzingetriebenes Kart auf Elektroantrieb umzurüsten, wozu sie auch eine vollelektronische Antriebsregelung entwickeln, programmieren und testen sollten.

Basis ihrer Arbeit bildete ein benzingetriebenes Kreidler-F100-Kart, was ihnen freundlicherweise vom „Badisch Brauhaus“ in Karlsruhe zur Verfügung gestellt wurde. Um die Arbeiten möglichst zeitökonomisch zu gestalten, teilten die Studierenden sich in die Funktionsgruppen „Sensorik“, „Aktorik“ und „Verarbeitung“ auf. Für die Sensorik-Gruppe bestand die Problematik zunächst darin, dass es derzeit keinerlei Sensorik zur Realisierung eines elektrischen Antriebs gibt, der durch den Einsatz von zwei Elektromotoren die Steuerung von zwei getrennten Antriebseinheiten des Karts ermöglicht. Diese war also neu zu entwerfen und zu realisieren, beispielsweise die Drehzahlmessung, aber auch die Ermittlung und Übertragung des Fahrerwunsches durch die Stellung des Gaspedals.

... mehr zu:
»Elektro-Kart »Elektromotor »Kart

Ebenso standen für das Aktorik-Team keine Systeme zur Realisierung eines elektrischen Antriebs mit zwei getrennten Antriebseinheiten zur Verfügung. So mussten die Motoren, Akkumulatoren, Leistungselektronik sowie das Getriebe selbst entwickelt und realisiert werden.

Die Gruppe „Verarbeitung“ sorgte für die Verbindung der einzelnen Sensoriksysteme mit den Aktorikeinheiten und hatte so für ein einheitliches und fehlerfreies Funktionieren aller Fahrzeugelemente zu sorgen.

„Entstanden ist ein Fahrzeug, das sich umweltschonend ideal für den Einsatz im Innenstadt- oder im Kurzstreckenbereich eignet“, so der Betreuer der Studienarbeit, Prof. Jürgen Walter aus der Fakultät für Maschinenbau und Mechatronik der Hochschule Karlsruhe, „und selbst beim Einsatz auf Indoor- oder Kartbahnen würden weniger Lärm und keine gesundheitsgefährdenden Abgase entstehen.“

Das Fahrzeug wiegt 200 kg, erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 60 km/h und dies mit einem für Elektromotoren typischen hervorragenden Beschleunigungsmoment. Unter Volllast hat das Elektro-Kart eine Laufzeit von einer halben Stunde – dies entspricht rund zwei Stunden im Normalbetrieb. Auch eine technische Raffinesse konnten die Studierenden dabei realisieren: die sogenannte Rekuperation sorgt beim Bremsen wieder für ein Aufladen der Akkumulatoren.

„Wir freuen uns nicht nur über das heutige Resultat unserer Anstrengungen,“ so Benjamin Käuper aus der Gruppe Verarbeitung, „sondern auch über den gesamten Organisations-, Konstruktions- und Entstehungsprozess im Team, in dem wir die Kenntnisse aus dem Studium in der Praxis anwenden konnten.“

Auch für die Zukunft des Elektro-Karts ist noch einiges geplant: Zunächst soll es eine Straßenzulassung erhalten, um dann seine Alltagstauglichkeit prüfen zu können. Aber es wird auch schon weiter gedacht: Optimierung der Bremsen, des Microcontrollers, der die Elektronik steuert, Verbesserung der Akkumulatoren, Optimierung der Sensorsysteme und noch etliches mehr!

Holger Gust | Hochschule Karlsruhe
Weitere Informationen:
http://www.hs-karlsruhe.de

Weitere Berichte zu: Elektro-Kart Elektromotor Kart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik