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Sonne ist vielversprechendste Energiequelle

27.06.2008
Wir befinden uns mitten in der Energiewende" - das war der Tenor der Tagung "Photovoltaik - Technologie mit Zukunft" an der FH JOANNEUM Kapfenberg. Das enorme Potenzial der Sonnenergie stand im Mittelpunkt einer "Fast Forward"-Veranstaltung der Steirischen Wirtschaftsförderung, des Material Cluster Styria und der FH JOANNEUM Kapfenberg.

"Spätestens ab 2020 wird Strom aus Sonnenenergie auch in unseren Breiten günstiger produzierbar sein als konventionelle Energie", prognostizierte Hubert Berger, Studiengangsleiter von "Elektronik & Technologiemanagement" der FH JOANNEUM Kapfenberg.

Die Wirkungsgrade aller Komponenten von Photovoltaik-Anlagen haben sich stark verbessert und Herstellkosten sinken aufgrund der beginnenden Massenfertigung sehr deutlich, sodass Kraftwerke, die auf fossilen Brennstoffen beruhen, in zehn Jahren wirtschaftlich nicht mehr tragbar seien.

Mit einem plakativen Vergleich zeigte Berger den "Ertragsreichtum" der Photovoltaik auf. Während ein Hektar Wald einen jährlichen Flächenertrag von etwa 10 Megawattstunden Primärenergie bringt, sind es bei Photovoltaik-Anlagen mindestens 600 Megawattstunden hochwertiger elektrischer Energie. Gerade in Höhenlagen der südlichen Alpen würden sich damit neue Chancen auftun.

Dass "Energieautonomie durch Sonnenenergie" möglich ist, veranschaulichten die Berechnungen von Stefan Janz vom deutschen Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme. Mit Photovoltaik-Anlagen auf 60% der Dachflächen könnte der gesamte Strombedarf Deutschlands gedeckt werden. Deutschland habe in der Forcierung der Sonnenenergie eine Vorreiterrolle übernommen.

Durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen wurde ein Photovoltaik-Boom ausgelöst. Die Branche erzielte voriges Jahr eine Wachstumsrate von 70 Prozent und zählt bereits an die 40 000 Beschäftigte. Auch in die Forschung werde intensiv investiert. Allein beim Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg arbeiten über 600 ExpertInnen an der Weiterentwicklung von Photovoltaik und Solarthermie.

Mangelnde Rahmenbedingungen in Österreich

"Der Ölpreisanstieg hat in wenigen Monaten erreicht, was wir seit Jahren predigen", meinte Johannes Trauttmansdorff, Geschäftsführer der ImWind Immobilien-Windkraft. Alternative Energiequellen seien jetzt sehr gefragt. Leider fehlen in Österreich die gesetzlichen Rahmenbedingungen wie in Deutschland, um den Ausbau zu fördern. Ein bereits genehmigtes 2 MW, Solarpark-Projekt in Oberzeiring, warte daher immer noch auf die Umsetzung. Trauttmansdorff blickt aber zuversichtlich in die Zukunft: "Wir werden es relativ schnell erleben, dass sich auf jedem neuen Dach eine Photovoltaik-Anlage befindet."

"Wir sind technologisch gegenüber Deutschland ins Hintertreffen geraten", kritisierte auch Peter Molnar von der "oekostrom AG" die fehlende Förderung alternativer Energien. Der Stromverbrauch werde weiterhin steigen, Österreich ist seit dem Jahr 2001 Stromimporteur (mit Lieferungen vor allem auch aus Tschechien). Um 160 Prozent ist der Strom-Marktpreis seit 2003 durch steigende Nachfrage sowie steigende Kosten für Erdöl, Kohle und Gas gestiegen. Molnar skizzierte seine Vision: "Jedes Haus kann zum Kraftwerk werden: durch den Energiegewinn aus Photovoltaik, Wind und Biomasse." Auch über 30 Jahre alte Häuser könnten energieautark saniert werden.

Kapfenbergs Bürgermeisterin Brigitte Schwarz meinte in ihrem Statement, dass "alternative Energiequellen eine große Chance für die gesamte Region darstellen". Sie sei davon überzeugt, dass es künftig in diesem Gebiet eine verstärkte Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen wie der FH JOANNEUM Kapfenberg mit der Industrie geben werde.

Kathrin Podbrecnik | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-joanneum.at/etm

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