Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was bringen Biokraftstoffe der 2. Generation?

20.06.2008
Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation ZARM an der Universität Bremen koordiniert internationale Projekte

Biokraftstoffe der so genannten 2. Generation werden aus unspezifischer Biomasse gewonnen. Diese Kraftstoffe sollen sowohl als Diesel als auch als Kerosin schon bald die entsprechenden Kraftstoffe fossiler Herkunft mehr und mehr ersetzen.

In einem durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR-Bonn) geförderten Projekt wird das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) zusammen mit dem Institut für Photonische Technologien (IPHT) aus Jena in den kommenden drei Jahren das Zündverhalten von GTL-(gas-to-liquid) Diesel untersuchen. Dabei werden auch Versuche im Fallturm der Universität Bremen durchgeführt.

Aus dem experimentellen Vergleich von GTL-Kraftstoff mit fossilem Diesel und Bio-Diesel werden physikalisch ähnliche, aber chemisch wesentlich einfachere Modellkraftstoffe entwickelt, die eine Computersimulation der Zündung technischer Sprays überhaupt erst ermöglichen. Die hierzu benötigten numerischen Codes werden ebenfalls am ZARM entwickelt.

Gegenüber Bio-Diesel erbringen Biokraftstoffe der 2. Generation je Hektar Anbaufläche etwa die vierfache Menge an Brennstoff. Dieser wird durch Pyrolyse und anschließende Synthese aus Biomasse gewonnen. Das hierbei zur Anwendung kommende Verfahren ist die bereits in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in Deutschland entwickelte Fischer-Tropsch Synthese. Da hierfür alle Pflanzen und Pflanzenbestandteile, landwirtschaftliche Abfälle und Holz als Eingangsstoff verwendet werden können, besteht bei den Biokraftstoffen der 2. Generation auf absehbare Zeit auch keine Konkurrenz zwischen Energie- und Nahrungsmittelproduktion.

In einem weiteren durch die Europäische Raumfahrtagentur ESA geförderten Projekt wird parallel GTL-Kerosin untersucht, mit fossilem Kerosin verglichen und auf gleichem Wege wie beim GTL-Diesel der Computersimulation zugänglich gemacht werden. Das Ziel dieser Forschung ist die Unterstützung von Technologie-Entwicklungen, die die Verbrennung der Kraftstoffe mit möglichst geringem Ausstoß an Schadstoffen wie Stickoxiden und Ruß ermöglichen. Partner des ESA-Projektes sind neben dem IPHT die TU-Darmstadt, die BTU-Cottbus, die TU-München, die Universität Orléans und die Firmen Shell, Rolls-Royce, Alstom, Renault, Volvo und AVL-List in Graz.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM)
Dipl.-Ing. Christian Eigenbrod
Tel.: 0421 218 4078
E-Mail: eigen@zarm.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Biokraftstoff Kraftstoff Raumfahrttechnologie ZARM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Digitale Messtaster von WayCon – höchst präzise und vielseitig einsetzbar
14.11.2017 | WayCon Positionsmesstechnik GmbH

nachricht FAU-Forscher entwickeln neues Materialsystem für effiziente und langlebige Solarzellen
10.11.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte