Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kohlekraftwerk strebt 50 Prozent Wirkungsgrad an

11.06.2008
Siemens plant das effizienteste Kohle-Kraftwerk der Welt: Laut dem Forschungsmagazin Pictures of the Future entwickelt das Unternehmen zurzeit wesentliche Komponenten einer Anlage, die mit einer Dampftemperatur von rund 700 Grad und einem Wirkungsgrad von mindestens 50 Prozent arbeiten soll.

Dieses Kraftwerk würde im Vergleich zum heutigen weltweiten Durchschnitt 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen und bei gleicher Strommenge 40 Prozent weniger Kohle verbrauchen. Es soll 2014 in Betrieb gehen.


Heute verfügen Kohlekraftwerke im weltweiten Schnitt über einen Wirkungsgrad von 30 Prozent und produzieren pro erzeugter Kilowattstunde rund 1.100 Gramm CO2. In Deutschland liegt der Wirkungsgrad-Durchschnitt bereits bei 38 Prozent – mit modernster Technologie sind zurzeit maximal 46 Prozent möglich. Dabei gilt: Ein Prozentpunkt mehr Effizienz aller Kohlekraftwerke würde die Atmosphäre jährlich um 260 Millionen Tonnen CO2 entlasten – das entspricht viermal den Emissionen von New York.

Gemeinsam mit einem Konsortium aus Produzenten, Anlagenbauern und Energieversorgern möchte Siemens Fossil Power Generation den bisherigen Rekord brechen und ein Kraftwerk realisieren, das mit einem Wirkungsgrad von 50 Prozent nur noch 669 Gramm CO2 pro Kilowattstunde ausstoßen würde. Dafür muss die Dampftemperatur in den Turbinen deutlich zunehmen – von heute maximal 600 Grad Celsius auf möglichst 700 Grad. Zugleich muss der Dampfdruck von 285 auf 350 bar steigen. Eine solche Belastung erfordert jedoch neue Materialien für die Dampfturbinen.

... mehr zu:
»Kohlekraftwerk »Kraftwerk

In einem Werkstofflabor in Mühlheim an der Ruhr forscht Siemens deshalb an Nickelbasislegierungen. Dabei geht es um spezielle Gemische aus hochfesten Metallen wie Nickel, Chrom und Eisen, die die Turbine gegen die hohe Temperatur resistent machen und ihr die heute übliche Lebensdauer von mindestens 25 Jahren ermöglichen sollen.

Im Jahr 2014 will der Energieversorger E.ON ein solches Weltrekord-Kraftwerk in Wilhelmshaven in Betrieb nehmen. Der Standort wurde gezielt ausgesucht: Um den hohen Wirkungsgrad zu erreichen, will E.ON das Kraftwerk unter anderem mit einer Meerwasser-Kühlung ausstatten, die effektiver kühlt. (RN 2008.06.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens ResearchNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Kohlekraftwerk Kraftwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein
20.09.2017 | Technische Universität Hamburg-Harburg

nachricht Strom im Flug erzeugen
20.09.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik