Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer und MIT gründen Forschungszentrum für erneuerbare Energie

28.05.2008
Die Forscher vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE werden künftig eng mit Wissenschaftlern am amerikanischen Massachusetts Institute of Technology MIT zusammenarbeiten. Das neue Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems befindet sich in unmittelbarer Nähe zum MIT.

Noch sind die Amerikaner Weltmeister im Energie verbrauchen. Doch der Klimawandel hat auch in den USA einen Umdenkprozess angestoßen. An renommierten Universitäten wie dem MIT in Cambridge arbeiten Forscher intensiv an neuen Konzepten zur Steigerung der Energieeffizienz, zum Energiesparen sowie zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Das Ziel ist dabei nicht nur die Entwicklung neuer Technologien, sondern auch die Umsetzung bereits bestehender technischer Lösungen in marktfähige Produkte – beispielsweise Energiesparhäuser oder kosteneffiziente Solarsysteme. »Hier wird das MIT künftig mit Fraunhofer zusammenarbeiten«, erklärt Prof. Hans-Jörg Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Die neue Kooperation beweist, dass unser Know-how auch an den amerikanischen Elite-universitäten hoch geschätzt wird.«

Alternative Energien und Energiespartechniken sind in den USA bisher ein Nischenmarkt. Doch das wird sich bald ändern, meint Prof. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. »In den USA war der Markt für Solarenergie bislang unterproportional. Gemeinsam mit den Forschern vom MIT möchten wir dazu beitragen, unterstützende Mechanismen in Gang zu bringen, damit ein dynamisches Wachstum entstehen kann.« Die Kooperationspartner ergänzen sich hervorragend:

... mehr zu:
»Energiesystem

»Das ISE gehört zu den weltweit führenden Einrichtungen wenn es um Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien geht. Aber unsere Erfahrung ist meist beschränkt auf Europa. In den USA sind die wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen, die Standards und Vorschriften anders, da müssen wir vor Ort Erfahrungen sammeln«, so Prof. Roland Schindler, der ein Leiter des »Fraunhofer Centers for Sustainable Energy Systems at MIT«, sein wird. »Mit dem Labor können wir unser Portfolio erweitern und deutschen Unternehmen helfen, den US-Markt zu erschließen.«

Und auch das MIT wird von der Kooperation profitieren, davon ist Nolan Browne, Director of Business Development for Energy Sectors an der neuen Fraunhofer-Einrichtung überzeugt: »Unser Ziel ist es, eine Brücke zu schlagen zwischen der Forschung am MIT und einer erfolgreichen Kommerzialisierung.« Die Voraussetzungen dafür sind gut: Der Kooperationspartner am MIT Professor Tonio Buonassisi ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Prof. Eicke Weber.

Die ersten Forschungsprojekte sind bereits in Vorbereitung: »Eines der Arbeitsgebiete wird sicher die Weiterentwicklung der Solartechnik sein«, so Browne. »Wir brauchen preiswerte Komponenten und einen verbesserten Output. Denn nur wenn sich die Erzeugung von Sonnenstrom rechnet, wird sie den riesigen US-Markt erobern können.« Dabei sollen aber nicht nur herkömmliche Techniken verbessert, sondern auch neue Wege beschritten werden: Intelligente Schaltungen und Softwareprogramme beispielsweise könnten den Output der Module regeln und optimieren, neue Materialien und Verfahren die Produktion ökonomischer machen, einfache Montagesysteme die Installationskosten senken.

Ein anderer Schwerpunkt des neuen Labors wird energieeffizientes Bauen sein. Auch hier erwarten die Experten wegen der steigenden Energiepreise in den nächsten Jahrzehnten eine erhöhte Nachfrage in den USA. »Wir bringen bei Neubau und Altbaurenovierung langjährige Erfahrung mit – egal ob es um Wärmedämmung, Strom- oder Heizkostensparen geht«, sagt Schindler. »Doch auch hier waren wir bisher auf Europa begrenzt. In den USA haben wir die Gelegenheit, ganz andere und dazu noch sehr unterschiedliche klimatische Verhältnisse kennenzulernen und uns darauf einzustellen.«

Im neuen Fraunhofer Center for Sustainable Energy Systems sollen außerdem Produktionsverfahren für alternative Energietechniken – beispielsweise Brennstoffzellen – entwickelt und optimiert werden. Mit Rapid Prototyping wollen die Forscher die Funktionstüchtigkeit neu entwickelter Komponenten testen, mit Packaging Technik die Produktionskosten senken. Dabei sind auch Kooperationen mit dem benachbarten Fraunhofer Center for Manufacturing Innovation CMI, einer der bereits bestehenden sechs Einrichtungen von Fraunhofer USA, geplant. »Wenn alle ihr Fachwissen einbringen, schaffen wir eine win-win-win-Situation«, resümiert Browne.

Prof. Dr. Roland Schindler | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/05/Presseinformation280520083.jsp

Weitere Berichte zu: Energiesystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Forscher entwickeln effizientere Systeme für Brennstoffzellen und Kraft-Wärme-Kopplung
19.04.2017 | EWE-Forschungszentrum für Energietechnologie e. V.

nachricht Forscher entwickeln Elektrolyte für Redox-Flow-Batterien aus Lignin aus der Zellstoffherstellung
18.04.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten