Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leuchtdioden drosseln weltweit steigenden Energiebedarf

14.05.2008
Würde man von jetzt auf gleich alle Glühbirnen dieser Welt gegen LEDs austauschen, könnten etwa 200 Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Eine Vision? Merk und die Fachhochschule Münster arbeiten an einem wichtigen Beitrag, den weltweit steigenden Energiebedarf zu drosseln.

Ein Leben ohne Glühbirnen - kaum vorstellbar? Im Moment schon. Aber es gibt Alternativen. Und die haben es in sich. Licht emittierende Dioden, kurz LEDs, haben eine wesentlich längere Haltbarkeit und verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie. Würde man von jetzt auf gleich alle Glühbirnen dieser Welt gegen LEDs austauschen, könnten etwa 200 Kohlekraftwerke abgeschaltet werden.

Einziges Manko: Die Dioden strahlen bisher nur blaues oder bläulich-weißes Licht ab. Um das in möglichst natürliches, weißes Licht umzuwandeln, hat Merck ein Labor an der Fachhochschule Münster gegründet. Prof. Dr. Thomas Jüstel vom Fachbereich Chemieingenieurwesen leitet das Merck-Lab auf dem Steinfurter Campus. Lösen die Projektpartner das Problem, wird das weltweit beträchtliche Auswirkungen haben.

Die Aufgabenstellung hört sich simpel an. Jüstel und seine fünf Mitarbeiter sollen neuartige Leuchtstoffe entwickeln, die nicht nur so langlebig und effizient wie die bisher in LEDs verwendeten sind, sondern auch alle gewünschten Farbspektren des Lichts zur Verfügung stellen. Dass dies doch keine so einfache Aufgabe ist, zeigt das finanzielle Engagement von Merck. Das Unternehmen unterstützt das Labor zunächst für drei Jahre mit jährlich 370.000 Euro. Im Gegenzug profitiert Merck von den Ergebnissen der Arbeit, die durch das Unternehmen zur Marktreife gebracht werden sollen.

... mehr zu:
»Energiebedarf »Glühbirne »LED

Eine LED hält in der Regel 50.000 Stunden. Wenn nur dieses blaue Licht nicht wäre! "Wir forschen schon seit geraumer Zeit, wie wir daraus ein möglichst naturgetreues Licht erzeugen", so Jüstel. Der weltweit auf diesem Gebiet anerkannte Experte sieht eine Lösung darin, das blaue Licht durch gelbes und rotes zu ergänzen. Und das geschieht durch Schichten, die über die blaue Lichtquelle gelegt werden. Zum Einsatz kommen dabei anorganische Leuchtstoffe.

Sie liegen zunächst in Pulverform vor und werden in einem Trägermaterial, zum Beispiel Silikon, aufgebracht. Die hohe Kunst ist es nun, die richtige Mischung zu finden, damit das blaue Licht ergänzt, verändert oder vollständig umgewandelt wird. Und außerdem müssen die Schichten genau so lange halten, wie die eigentliche LED. Bei Temperaturen von 100 bis 200 Grad kein leichtes Unterfangen. Jüstel: "Aber es könnte dazu beitragen, den ständig steigenden Energiebedarf weltweit deutlich zu drosseln."

Das Unternehmen Merck

Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,1 Milliarden Euro im Jahr 2007. Die Unternehmensgeschichte beginnt bereits 1668. Derzeit beschäftigt Merck 31.000 Mitarbeiter in 60 Ländern. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent beteiligt sind.

Christoph Hachtkemper | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-muenster.de/

Weitere Berichte zu: Energiebedarf Glühbirne LED

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie