Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Memristor-Speichertechnologie soll DRAM ablösen

13.05.2008
HP-Forscher entwickeln schnellen, nicht-flüchtigen Speicher

Forscher der HP Labs in Palo Alto haben mit "Memristor" eine neue Speichertechnologie demonstriert, die in Zukunft die heute verwendeten DRAM-Speicher ablösen könnten. Sie entwickelten dazu einen neuen Baustein zum Aufbau von elektronischen Schaltungen.

Dabei handelt es sich um einen variablen Widerstand, der über ein "Gedächtnis" verfügt, wie es vonseiten HPs auf Anfrage von pressetext heißt. Der Vorteil der Memristor-Technologie ist, dass Informationen auch dann gespeichert bleiben, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird. Laut HP sei dieses Forschungsergebnis ein wissenschaftlicher Meilenstein in der Weiterentwicklung von Computer- und Speichersystemen. Mit Memristoren lassen sich Rechner ohne Bootvorgang ein- und ausschalten. Zudem würden die Komponenten deutlich weniger Energie benötigen als heutige Speicher.

Die Forschung an der Memristor-Technologie geht auf die Grundidee von Leob Chua zurück, der bereits 1971 das Auftauchen eines vierten Basiselements in der Elektronik neben dem Widerstand, dem Kondensator sowie dem Induktor beschrieben hat. Mithilfe der Nanotechnologie konnte dieses nun tatsächlich gebaut werden.

Neben der An- und Aus-Stellung können Memristoren noch weitere Zustände einnehmen, die durch ihren Widerstand definiert werden. Die neuen Speicherkomponenten verfügen damit über Eigenschaften, die nicht durch die Kombination der drei anderen Basiselemente geschaffen werden können.

Ist der Widerstand bei einem Memristor einmal eingestellt, so wird dieser Wert behalten auch wenn kein Strom angelegt ist. Diese Fähigkeit macht sie unter anderem für schnellere, dichtere Arten nicht-flüchtiger Speicher interessant. Zu dieser Kategorie zählen auch Flash-Memory sowie die magnetische Festplatte.

Allerdings seien diese Technologien sehr langsam, weshalb die Forschung auf der Suche nach einer Lösung war, die schnell und zudem nicht-flüchtig ist, berichtet Stanley Williams, Direktor des HP Information und Quantum System Lab. "Die Memristor-Technologie ist für die Lösung dieser Herausforderung ein hervorragender Kandidat", so Williams. Bereits im vergangenen Jahr entwickelten die HP-Forscher eine hybride Architektur, die CMOS- mit Memristor-Technologie kombiniert. "Unser Ziel ist es, bis 2010 ein Produkt auf den Markt bringen zu können", so der Chef der HP-Labors.

Interessant ist die Entwicklung beispielsweise für das Cloud-Computing. Hier kommt eine IT-Infrastruktur zum Einsatz, die sich aus vielen verteilten Server- und Storage-Systemen zusammensetzt. Eine Memristor-basierte Technologie kann hier für höhere Zuverlässigkeit bei Stromausfällen und für einen niedrigeren Energieverbrauch sorgen. Ein weiteres mögliches Anwendungsgebiet sind Rechnersysteme, die das neuronale Netz des menschlichen Gehirns als Vorbild haben.

Diese Prozessoren könnten auf ähnliche Weise Muster erkennen. Damit ließen sich beispielsweise Verfahren wie die biometrische Gesichtserkennung derart verbessern, dass sie eine komplexe Zusammenstellung verschiedener Merkmale erkennen oder aus Erfahrung lernen könnten, so HP in einer Aussendung.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hpl.hp.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie