Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

iPhone und iPod anfällig für Angriffe

15.04.2008
Das iPhone und der iPod touch bieten eine neue Funktion zur Positionsbestimmung, die darauf basiert, WLAN-Basis-stationen mit bekanntem Standort in der Umgebung zu finden. Forscher der ETH Zürich haben nun gezeigt, dass die Position, die durch dieses Verfahren ermittelt wird, leicht manipuliert werden kann.

Im Januar 2008 kündigte die amerikanische Firma Skyhook Wireless Inc. an, dass die Firma Apple ihr Wi-Fi Positionierungssystem (WPS) zur Positionsbestimmung im iPhone und iPod touch einsetzen würde. Die Datenbank des WPS enthält Informationen über die Standorte von WLAN-Basisstationen überall auf der Welt.

Die Daten in dieser Datenbank wurden grösstenteils von Skyhook selbst gesammelt, zusätzlich können durch die Benutzer neue Basisstationen gemeldet werden. Professor Srdjan Capkun vom Departement Informatik der ETH Zürich hat mit seiner Forschungsgruppe die Sicherheit des Positionierungssystems von Skyhook untersucht. Die Ergebnisse der Gruppe zeigen die Schwachpunkte des Systems von Skyhook und ähnlicher auf WLAN-Technik beruhender Positionierungssysteme gegenüber Manipulationsangriffen auf.

Vortäuschung und Unterdrückung

... mehr zu:
»Positionierungssystem »WPS

Wenn ein Gerät wie z.B. ein iPod touch oder ein iPhone seine Position bestimmen will, sucht es Basisstationen in der Umgebung und sendet diese Information an die Server von Skyhook, welche dann die Position der Basisstationen an das Gerät zurückliefern. Basierend auf diesen Daten berechnet das Gerät selbst seine Position. Die Gruppe von ETH-Professor Srdjan Capkun manipulierte nun auf zwei Arten die Standortbestimmung der Geräte.

Einerseits wurden echte Basisstationen von einem entfernten Ort vorgetäuscht, d.h. ihre Signale wurden imitiert. Andererseits wurden die Signale von anderen Basisstationen in der Umgebung des Geräts durch gezielte Störung unterdrückt. Dadurch wurde dem angegriffenen Gerät vorgegaukelt, es sei am Standort der imitierten Basisstationen. Konkret zeigte das auf diese Weise manipulierte Gerät den Standort New York City an, obwohl es sich eigentlich in Zürich befand.

Einfache Fälschung

Skyhooks WPS basiert darauf, die Basisstationen in der Umgebung durch ihre Hardware(MAC)-Adressen zu identifizieren. Da jede Basisstation eine weltweit eindeutige MAC-Adresse hat, erlaubt dies eine einfache Zuordnung in der Datenbank. Jedoch kann sich eine Basisstation leicht für eine andere ausgeben, da die MAC-Adressen der Basisstationen des Angreifers gefälscht werden können. Ausserdem kann man die WLAN-Signale von Basisstationen gezielt stören, indem die Signale in der Umgebung des angegriffenen Geräts unterdrückt werden. Diese zwei Massnahmen ermöglichen die Beeinflussung der Positionierung.

Nur geringe Sicherheit

Mit der Demonstration dieser einfachen Angriffe auf Positionierungsdienste, die auf WLAN-Basisstationen im öffentlichen Raum aufbauen, soll das Bewusstsein für Schwachstellen solcher Systeme geschärft werden. Dazu Professor Srdjan Capkun: "Es war relativ einfach für uns das System auszuhebeln. Es ist für mich deshalb klar, dass sich WLAN-basierte Positionierungssysteme für eine Anzahl sicherheitskritischer Anwendungen nicht eignen."

Weitere Informationen

ETH Zürich
Prof. Srdjan Capkun
Departement Informatik
Telefon: +41 (0)44 632 71 90
E-Mail: srdjan.capkun@inf.ethz.ch

Roman Klingler | idw
Weitere Informationen:
http://www.ethz.ch
http://www.syssec.ch/press/location-spoofing-attacks-on-the-iphone-and-ipod

Weitere Berichte zu: Positionierungssystem WPS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise