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Zahl der Siliziumhersteller steigt rasant

11.04.2008
Produktionskosten für Solarstrom fallen in den kommenden Jahren

Die Zahl der Hersteller von hochreinem Silizium wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Sind es in diesem Jahr rund 72 Produzenten, so planen 101 weitere Unternehmen bis 2009 oder später ihren Einstieg in die Siliziumproduktion.

Dies ist eines der Ergebnisse der sechsten Solar Silicon Conference, die vergangene Woche im Rahmen der Photon Photovoltaic Technology Show 2008 Europe in München stattgefunden hat. Darüber, wie schnell die Siliziumproduktion durch die zusätzlichen Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren ansteigen wird, geht die Meinung von Branchenexperten und Analysten jedoch auseinander. Die Produktionskosten für Solarstrom sollen in den kommenden Jahren jedoch deutlich sinken.

Internationale Hersteller von Photovoltaikmodulen wie First Solar oder Suntech Power gehen davon aus, ihre Produktionskosten in den kommenden Jahren um 40 bis 50 Prozent senken zu können. Bei Photon Consulting gibt man jedoch zu bedenken, dass die jährliche Kostensenkung durch Engpässe bei Verbrauchsmaterialien oder Produktionsequipment gebremst werden könnte.

In diesem Fall wäre ein Rückgang der Kostenreduktion von derzeit zwölf bis 15 Prozent auf sechs bis elf Prozent möglich. Die sinkenden Kosten könnten zugleich die Produktionskosten von Solarstrom in den kommenden Jahren deutlich verringern. "REC geht davon aus, im Jahr 2010 mit großen Anlagen in Ländern mit 1.800 Sonnenstunden im Jahr Solarstrom zu sieben Cent je Kilowattstunde zu produzieren. Im Vergleich dazu haben wir in Deutschland rund 1.000 Sonnenstunden, woran man sieht, wie günstig auch hierzulande Sonnenstrom produziert werden könnte", erläutert Bernd Schüßler, Sprecher von Photon Consulting, gegenüber pressetext. Durch die sinkenden Herstellungskosten könnte die Branche auch mit deutlich niedrigeren Vergütungssetzen leben.

Trotz stark ansteigender Zahl von Siliziumherstellern und damit von Produktionskapazitäten weisen die Schätzungen von Branchenkennern über das Ausmaß der Siliziumproduktion in den kommenden Jahren deutliche Unterschiede auf. Während Photon-Consulting-Analyst Michael Rogol im Rahmen der diesjährigen Solar Silicion Conference eine Siliziumproduktion von 240.000 Tonnen im Jahr 2010 prognostizierte, sprachen Hersteller wie REC oder Hemlock von 120.000 bis 130.000 Tonnen. Durch die Angabe von knappen Produktionsmengen könnten bei langfristigen Verträgen die Preise hochgehalten werden, vermuten Brancheninsider.

Die hohe Nachfrage nach dem Rohstoff wird auch in den kommenden Jahren nicht nachlassen, was zugleich die Spotmarktpreise in die Höhe treibt. Diese liegen laut Rogol bei bis zu 515 Dollar pro Kilogramm. Seit 2004 stiegen die Preise ab Hersteller dagegen von durchschnittlich 32 auf 70 Dollar je Kilo an, während die Produktionskosten je Kilo bei 36 Dollar liegen. "Der Spotmarktpreis ist oft nicht der ausschlaggebende Preis. Dieser wird nur von Unternehmen gezahlt, die verpasst haben, sich ihre Siliziumversorgung zu sichern. Viele europäische Photovoltaik-Unternehmen haben jedoch langfristige Verträge zu günstigeren Konditionen", sagt Schüßler.

Der hohe Siliziumpreis könne ohnehin nicht als Argument angeführt werden, weshalb die Preise von Solaranlagen nicht stark gesenkt werden könnten. Denn die Siliziumhersteller seien ein Teil der Photovoltaikindustrie und einige Zellhersteller wären sogar direkt an Siliziumproduzenten beteiligt. Dadurch würden sich Gewinnmargen lediglich verlagern, jedoch in der Branche erhalten bleiben, so Schüßler.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.photon-expo.com

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