Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens erhöht Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit der Stromversorgung für Antriebe von Offshore-Bohrplattformen

21.01.2008
Im Zuge einer Generalüberholung rüstete Siemens Energy zwei Bohrplattformen von Transocean, Houston, Texas, dem weltweit größten Offshore-Bohrunternehmen, mit einer hoch verfügbaren und zuverlässigen Stromversorgung aus.

Das neue System auf Basis der Gleichstromnetzkupplung Siplink ersetzt die bisherige Stromversorgung der Antriebe der Bohrplattformen. Die Siemens-Lösung erhöht nicht nur die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Antriebseinheiten, sondern sorgt auch dafür, dass bis zu einem Drittel der Treibstoffkosten für die Dieselgeneratoren gespart und dadurch auch CO2-Emissionen reduziert werden können. Darüber hinaus lassen sich die Wartungskosten für die Generatoren senken, weil diese – gesteuert über einen ausfallsicheren Energiebus – in einem deutlich besseren Betriebspunkt laufen können.

Offshore-Bohrplattformen und Bohrschiffe brauchen eine zuverlässige Stromversorgung für ihre Antriebe. Um ihre Aufgabe zu erfüllen, müssen Bohrplattformen mit ihren bis zu acht so genannten Thrustermotoren gegen Wind und Seegang, aber auch gegen das Drehmoment des Bohrantriebs exakt auf der Stelle manövriert werden können. Fiele der Strom für die Antriebe aus, drohten in kürzester Zeit ein Bruch des Bohrgestänges und damit Reparaturkosten in Millionenhöhe. Um die Verfügbarkeit des Stromversorgungssystems für die Thrusterantriebe der Bohrplattformen Sedco 702 und Sedco 706 von Transocean zu erhöhen und damit die Betriebskosten zu senken, beauftragte das Offshore-Bohrunternehmen Siemens mit der Entwicklung eines neuen Stromversorgungssystems.

Siemens entwickelte für die beiden Bohrplattformen eine Lösung auf Basis von Siplink (Siemens Multifunctional Power Link), einer flexiblen Gleichstromnetzkupplung, bei der zwei Umrichter durch einen Gleichspannungszwischenkreis miteinander verbunden und jeweils an zwei unabhängige Stromnetze angeschlossen sind. So verbindet Siplink die beiden 11-kV-Mittelspannungsteilnetze an Bord der Bohrplattformen über den Gleichspannungszwischenkreis. Tritt in einem der beiden Netze ein Fehler auf, ermöglicht die Gleichstromkupplung, dass die Antriebe aus dem anderen 11-kV-Netz mit Energie versorgt werden. Während aller Betriebszustände wird der Energiebedarf beider Mittelspannungsteilnetze kontinuierlich gemessen und der Lastfluss automatisch optimiert. Dies übernimmt für jedes Gleichstromnetz ein ausfallsicherer Energiebus (Fail Safe Energy Bus, FSE).

Trat im vorherigen Stromversorgungssystem der Thrusterantriebe ein Fehler auf, fielen alle Antriebe aus, die von dem betroffenen 11-kV-Teilnetz versorgt wurden. Aufgrund der hohen Einschaltströme der Umrichter konnten die Motoren nicht gleichzeitig, sondern nur sequentiell wieder eingeschaltet werden, was bei zu langer Dauer zum Abdriften der Bohrplattform führen konnte. Beim neuen System bleiben dank der Steuerung per FSE-Bus auch bei einem Ausfall eines der beiden 11-kV-Teilnetze alle Antriebe in Betrieb.

Die Stromversorgungslösung der Antriebe per Siplink ermöglicht zudem erhebliche Treibstoffeinsparungen und dadurch eine Reduzierung von CO2-Emissionen. Bis zu 30 Prozent der Treibstoffkosten lassen sich sparen, weil nun die Dieselgeneratoren, die ihre Energie in beide Netze einspeisen, in einem deutlich besseren Betriebspunkt betrieben werden können. So reicht heute mit dem Siplink-System bei ruhiger See in jedem Netz nur ein Dieselgenerator, während bisher immer zwei parallel liefen. Erst bei rauer See oder wachsenden Anforderungen werden die anderen Generatoren zugeschaltet. Früher versorgten drei Dieselgeneratoren in jedem Teilnetz die Thrustermotoren mit Strom. Dabei mussten immer zwei Generatoren aus Gründen der Ausfallsicherheit zugleich betrieben werden, auch wenn ihre Leistung möglicherweise gerade nicht benötigt wurde. Nicht zuletzt senkt die Siplink-Lösung die Wartungskosten für die Dieselaggregate, weil diese in einem deutlich besseren Betriebspunkt laufen können und nicht, wie bisher, mit hohem Verschleiß im unteren Teillastbereich.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung, sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2007 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy nach IFRS einen Umsatz von rund 20 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 28 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 1,8 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zu Beginn des Geschäftsjahres 2008 rund 73.500 Mitarbeiter.

Alle Zahlen ergeben sich aus der Addition der unkonsolidierten Zahlen der Bereiche Power Generation und Power Transmission and Distribution sowie des Geschäftsgebiets Oil, Gas, Marine Solutions des Bereichs Industrial Solutions and Services.

| Siemens PTD Press Office
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/energy
http://www.siemens.com/ptd-presse

Weitere Berichte zu: Stromversorgung Stromversorgungssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise