Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studierende lehren Stromfressern das Fürchten

14.12.2007
Die Schätzungen sind ebenso vorsichtig wie überraschend: Allein der Energiebedarf für Pumpen in deutschen Heizungsanlagen beträgt rund 15 Mrd. kWh im Jahr und macht damit drei Prozent des gesamten Stromverbrauchs in der Bundesrepublik aus. Das hat der Bund der Energieverbraucher berechnet.

Zum Vergleich: Der gesamte Schienenverkehr in Deutschland benötigt die gleiche Größenordung. Da ist Handlungsbedarf geboten. Dr.-Ing. Alexander Floß, Professor im Studiengang Gebäudeklimatik der Hochschule Biberach, verwundert diese Berechnungen nicht. Er beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Optimierung Hydraulischer Systeme und hat Möglichkeiten der Optimierung gefunden, die drastische Einsparungen erzielen.

Umwälzpumpen sind ein Teil Hydraulischer Systeme, die eingesetzt werden, um Gebäude zu heizen oder zu kühlen. Die Pumpen transportieren das Fluid für diesen Vorgang, etwa Wasser. Ist dieses System optimal aufeinander abgestimmt, kann der Energiebedarf drastisch reduziert werden. Wichtig dabei, so Floß: "Es darf nicht nur an einer einzelnen Komponente gedreht werden, entscheidend ist das Zusammenspiel." Nicht optimal aufeinander abgestimmte Systeme benötigen bis zu 30 Prozent des Primärenergieverbrauchs von Gebäuden, weiß Floß und bezieht sich auf eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer Institutes Freiburg. Gleichzeitig macht der Wissenschaftler deutlich, dass es ein Patentrezept nicht gibt. Ein optimales Zusammenspiel erziele man jeweils nur mit individuellen Lösungen. Doch selbst einfachere Modullösungen erzielten schon Einsparungen um den Faktor 10. Eine Spielwiese für Ingenieure wie Floß - und ein schlummerndes Potenzial, um deutlich Strom zu sparen. Im Hochschul-Institut für Gebäude- und Energiesysteme bearbeiten Prof. Floß und seine Mitarbeiter derzeit mehrere Projekte im Auftrag der Industrie, die genau diese Zielsetzung haben: die Optimierung von Hydraulischen Systemen. Ein Thema mit Zukunft, ist sich Floß sicher, der auch eine Antwort darauf hat, weshalb es bisher vernachlässigt wurde: "Neubauten verbrauchen immer weniger Heizenergie; in der Relation dazu sind Pumpen geradezu Energiefresser".

Dass komplexe Systeme nur im Kontext ihrer Umgebung perfekt eingestellt werden können, ist eine Erkenntnis, die gerade der Studiengang Gebäudeklimatik als Herangehensweise in Lehre und Forschung für sich formuliert hat. Die Studierenden setzen sich mit allen Aspekten auseinander, die beim Bau und Betrieb Ressourcen schonender Gebäude eine Rolle spielen - Behaglichkeit und Komfort für die Bewohner inklusive. Stromfressern lernen sie das Fürchten.

Wer sich mit sinnvollen Energiekonzepten beschäftigen möchte, dem bietet die Hochschule Biberach - neben dem Studiengang Gebäudeklimatik - ein weiteres Ingenieurstudium an: Der Bachelor-Studiengang Energiesysteme wird ab März nächsten Jahres in Kooperation mit der Hochschule Ulm umgesetzt, Bewerbungen sind bis zum 15. Januar 08 möglich.

Anette Schober-Knitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-biberach.de

Weitere Berichte zu: Gebäudeklimatik Stromfresser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft
24.07.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie